Großbaustelle Karolinen-Gymnasium

von Redaktion

Spatenstich für eines der teuersten Bauvorhaben in der Rosenheimer Stadtgeschichte

Rosenheim – Die 13 ist nicht immer eine Unglückszahl: Der Spatenstich für die Erweiterung und Generalsanierung des Karolinen-Gymnasiums in Rosenheim wurde mit 13 Schaufeln vollzogen. Die Freude über diesen symbolischen Akt ist bei Lehrern und Schülern groß – auch wenn die Schule nun sechs Jahre lang eine Großbaustelle sein wird.

Oberbürgermeisterin

erhält Sardinenbüchse

Mit insgesamt knapp 54 Millionen Euro Investitionssumme ist dieses Projekt eines der teuersten Bauvorhaben in der Geschichte der Stadt. Wegen großer Platznot drängte die Schule viele Jahre zur Realisierung. Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer (CSU) bekam einst sogar eine Sardinenbüchse überreicht, um zu verdeutlichen, wie beengt sich Schüler und Lehrer fühlten. Vor zwei Jahren segnete der Stadtrat dann Generalsanierung und Erweiterung einstimmig ab.

Als Erstes kommt nun der Schulerweiterungsbau. Der Abriss der alten Zweifach-Turnhalle ebnete dafür den Weg. Nach der voraussichtlichen Fertigstellung des Neubaus im Jahr 2022 wird der komplette Unterricht dorthin verlagert. Danach wird das Bestandsgebäude saniert. Vorteil dieses Ablaufplans: Containeranlagen werden nicht benötigt.

Bereits seit drei Wochen wird der Boden vorbereitet. „Wir haben im Untergrund das vorgefunden, was wir erwartet haben“, erzählt Rainer Jung von der Projektsteuerung und meint damit den Seeton, der ja bei Bauvorhaben in Rosenheim immer wieder einmal für Probleme sorgt. Im Fall des Karolinen-Gymnasiums reichte es aber aus, an einigen Stellen das Erdreich auszutauschen.

Darum schreiten die Bauarbeiten aktuell sogar zügiger voran als geplant. Zur Freude von Schulleiterin Sigrid Rechenauer: „Es wäre schön, wenn das so weiterginge.“ Die gesamte Schulfamilie starte voller Optimismus in die Bauphase. Erfreulicherweise bekommen Schüler und Lehrer im Bestandsgebäude kaum etwas vom Baulärm mit: „Die Arbeiten an der Ebersberger Straße waren viel schlimmer für uns“, sagt Rechenauer. Der Erweiterungsbau wird in Stahlbeton-Massivbau ausgeführt. „Die Materialien und Konstruktionen wurden unter einem wirtschaftlichen und dennoch nachhaltigen Aspekt ausgewählt“, sagt Bauer.

Nach Abschluss der Baumaßnahme im Jahr 2024 werden im Erweiterungsbau alle Spezialräume für Naturwissenschaften, Kunst und Musik untergebracht. Im alten Gebäude befinden sich dann nur noch die Klassenzimmer. Für einen barrierefreien Zugang wird eine Rampe installiert. Außerdem umfassen die Arbeiten im Bestandsgebäude die Dämmung der Fassade mit Mineralschaumplatten und eine Schadstoff- und Brandschutzsanierung der Innenräume.

Besonders aufwendig gestaltet sich die Sanierung der denkmalgeschützten Aula in der ehemaligen Kapelle. „Um die Zuschüsse des Landesamtes für Denkmalschutz nutzen zu können, muss der Dachstuhl erhalten bleiben“, sagt Oberbürgermeisterin Bauer.

Zuletzt wird der Bau der neuen Dreifach-Sporthalle erfolgen. Sie wird anstelle des alten Ostflügels gebaut. Damit der Sportunterricht bis dahin aufrecht erhalten bleiben kann, entstand auf der ehemaligen Fläche der Gärtnerei Fischer bereits im vergangenen Jahr die Sportanlage Fischerwiese, die vom Karolinen-Gymnasium und der Realschule für Mädchen genutzt wird.

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