Rosenheim – Die Deutsche Bahn will die beiden Bahnübergänge in Happing beseitigen und dafür in der Seestraße eine Brücke und in der Innaustraße eine Unterführung nur für Radfahrer und Fußgänger Seestraße bauen. Viele Happinger sind mit diesem Vorhaben nicht einverstanden. Sie fühlen sich bei der Planung übergangen (wir berichteten). Jetzt wurde bei einer Protestveranstaltung im Happinger Hof ein Schreiben an die Stadtverwaltung auf den Weg gebracht.
Im November informiert worden
Initiatoren der Veranstaltung waren Andreas Franke, Werner Stiglauer, Franz Amberger, Josef Mosner und Lorenz Mosner – allesamt alteingesessene Happinger. Von der geplanten Auflassung der beiden Bahnübergänge erfuhren sie im vergangenen November.
Die Deutsche Bahn lud damals alle Happinger zu einer Informationsveranstaltung ins Parkhotel Crombach ein. Vorgestellt wurden vier Ausbauvarianten und ein Verkehrsgutachten. „Das war alles völlig paradox“, ärgern sich Andreas Franke und seine Mitstreiter.
Von einer mindestens acht Meter hohen Brücke in der Seestraße sei die Rede gewesen. „Das hätte einen erheblichen Eingriff in die Privatgrundstücke der Anlieger zur Folge“, so Andreas Franke. Außerdem mindere ein Bauwerk in dieser Dimension die Lebensqualität derer, die in dessen direkten Umfeld leben müssen, deutlich und beeinträchtige darüber hinaus auch das Ortsbild entscheidend.
Auch das Verkehrsgutachten stellen die Kritiker in Frage. „Bei einem Gutachten kommt es immer auf die Fragestellung an. Im Fall von Happing wurden die falschen Fragen gestellt“, meint Werner Stiglauer. Die Verkehrszählung sei im September erfolgt – außerhalb der Badesaison an drei schönen Tagen: „Der Verkehrsstrom zu den Seen war da schon vorbei und weil das Wetter schön war, fuhren viele an diesen Tagen mit dem Rad.“
Überhaupt nicht nachvollziehbar ist für Stiglauer, dass bei einem Gutachten vor 16 Jahren mehr Autos gezählt wurden als bei dem aktuellem: „Da kann doch etwas nicht stimmen. Der Verkehr ist in den vergangenen 16 Jahren sicherlich nicht weniger geworden.“
Fakt ist: Seit Jahren klagen viele Happinger über den zunehmenden Verkehr, insbesondere in den Sommermonaten während der Badesaison. Für Andreas Franke steht fest, dass sich das Verkehrsaufkommen in ihren Stadtteil in den kommenden Jahren weiter erhöhen wird, beispielsweise aufgrund Bebauung der BayWa-Wiese und Ausbau von Eichfeldstraße und Happinger-Au-Straße.
Mit ihren Kritikpunkten stoßen Andreas Franke und seine Mitstreiter auf viele offene Ohren. Der Saal im Happinger-Hof war mit rund 80 Interessierten voll besetzt. Die Mehrheit hat am Schluss der Veranstaltung ein Schreiben unterzeichnet, dass der Stadtverwaltung und den Stadträten noch vor der nächsten Sitzung des Verkehrsausschusses am 11. April zugestellt werden soll. „Wir dürfen Happing doch nicht sterben lassen“, so Werner Stiglauer.
Schreiben an die Stadtverwaltung
In dem Schreiben fordern die Unterzeichner, dass es auch zukünftig zwei verkehrsfähige Bahnquerungen in der Gemarkung Happing gibt, dass diese Querungen nicht als Straßenbrücken, sondern als Unterführungen ausgeführt werden und dass vor der Festlegung weiterer Varianten ein Verkehrskonzept für den Rosenheimer Süden erstellt wird.
Andreas Franke ermunterte die Happinger dazu, möglichst zahlreich die Sitzung des Verkehrsausschusses zu besuchen, um so dem Anliegen noch mehr Gewicht zu verleihen.