„Sakrisch guad“

von Redaktion

Heimatbühne Rosenheim begeistert mit der Komödie „Deifi Sparifankerl“

Rosenheim – „Des Stückerl is sakrisch guad, des muas ma g`sehn ham“, meinte am Ende der gefeierten Premierenvorstellung „Deifi Sparifankerl“ ein Besucher. Mit ihrem Frühjahrsstück aus der Feder von Ralf Wallner hat die Heimatbühne Rosenheim die Erwartungen der rund 100 Zuschauer im ausverkauften Vereinsheim der Freien Turnerschaft voll erfüllt.

Aufgabe: Zur

Straftat verleiten

Die Gäste amüsierten sich köstlich über den spitzbübischen Deifi Luciferius (Paraderolle für Hans Garnreiter), der im Auftrag seiner Großmutter den jungen, armen Ziegenbauer Bertl Geißhofer (Andreas Bauer) bis Mitternacht zu einer Straftat verleiten soll – ansonsten landet die omnipräsente Oma zwecks Nichterfüllung ihrer Höllenneuzugangsquote als Figur im Kasperltheater.

Es scheint eine leichte Aufgabe für Lucki zu werden, denn der stets zu Streichen aufgelegte Bruder der Geißhoferin Senta (Veronika Kurz) soll seinem Spezi Nepomuk (Matthias Bauer) bei einem lukrativen, aber illegalen, Einsatz helfen. Dass er dabei dem ungeliebten, großkopferten Graf Ferdi (Martin Wollny) eins auswischen könnt, macht das Angebot für Bertl umso verlockender. Doch der Einsatz von Luciferius verläuft nicht so paradiesisch wie gedacht – dafür sorgen nicht nur die mangelhaften Kochkünste Sentas, sondern auch das absolute Alkoholverbot.

Unter der Regie von Martina Klimm brilliert Garnreiter mit Scharm, Schalk und unnachahmlicher Mimik als fideler bayerischer Sparifankerl, der gutes Essen ebenso zu schätzen weiß, wie hübsche Maderl und „griffig – gschnapperte“ Goldhaserl (Marion Bachun).

Nach höllischer Verwandlung nebst Donner und toller Lichttechnik rast der lebenslustige Belzebub als Lucki via „Highway to hell“ zum Hof des Ziegenbauers, wo er von der bodenständigen Senta trotz seines wilden Aussehens und teuflischen Gestanks als Logiergast aufgenommen wird. „Ich hab ned mal Angst vor dem Deifi seiner Großmutter“, meint die junge Frau lapidar.

Das ändert sich schlagartig, als sie das Spiegelbild des Teufels sieht – dort erscheint Lucki in seiner wahren Gestalt. Seine höllischen Kräfte und satanischen Drohungen machen aus Senta scheinbar eine willfährige Gehilfin. Ob er sein Ziel erreicht? Und welche Rolle spielen die männervernaschende Blechhoferin (Renate Gantner) mit ihren Kirschwasserlutschern oder die unter Teilamnesie leidende Ungerin (Sonja Barthel)? Am besten selbst anschauen.

Die Gesamtleistung des Ensembles ist absolut mitreißend. Jede Rolle ist perfekt besetzt. Herrliche Wortspielereien, deftige Dialoge, satanische Weisheiten „Teifi und waschen, des is wia Fußball und 60er“, urkomische Nebenschauplätze, magische Elemente und jede Menge Situationskomik machen den fast dreistündigen Theaterabend trotz seiner Länge zu einem kurzweiligen, unterhaltsamen und erlebenswerten Spektakel.

Außergewöhnliche Bühnentechnik

Abgerundet wird die Aufführung der Heimatbühne durch außergewöhnliche Bühnen- und Lichttechnik sowie bis ins Detail passende Kostüme. Während der Bewirtungspausen und vor Spielbeginn unterhielt die „Happinger – Ruck – Zuck – Musi“ die Premierengäste. Wer einen amüsanten, unterhaltsamen Theaterabend in bayerischer Mundart mit spitzbübischem Sparifankerl, männerjagenden Gattinnen, zwielichtigen Gestalten und mutigen Menschen erleben möchte, dem ist „Deifi Sparifankerl“ unbedingt ans Herz zu legen.

Noch neun Aufführungen

Aufführungen des Dreiakters sind noch am 5., 6., 12., 13., 26. und 27. April, jeweils um 19 Uhr, sowie am 21. April um 18 Uhr und am 3. und 4. Mai um 20 Uhr im Vereinsheim Freie Turnerschaft an der Klepperstraße. Die Bewirtung erfolgt vor der Aufführung und in den Pausen, begleitet von Musikern der Rosenheimer Trachtenvereine. Karten gibt es im Vorverkauf bei Gold An- und Verkauf Kaufmann-Kirner, Adlzreiterstraße 5, Rosenheim, Telefon 08031/380826. Weitere Infos unter www.heimatbuehne-rosenheim.de.

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