Vom Werkzeugkasten bis zur Eismaschine

von Redaktion

Bibliothek der Dinge: Stadtbibliothek Rosenheim stellt neues Angebot vor

Rosenheim – Akkuschrauber, Nähmaschinen, ein Mini Raclette: In der Stadtbibliothek Rosenheim kann man sich außer Medien jetzt auch Werkzeuge und Haushaltsgeräte ausleihen. Möglich macht es das Angebot „Bibliothek der Dinge – Lieber leihen statt kaufen“. Worum es geht, erklärt Theresa Doff, die das Projekt auf die Beine gestellt hat.

Was ist das neue Serviceangebot und wie funktioniert es?

Oft kann oder will man sich teure Werkzeuge und Geräte für den Alltag nicht leisten. Man benötigt sie unter Umständen nur einmal oder sehr selten. Die Bibliothek der Dinge schafft hier Abhilfe. Jeder angemeldete Leser ab 18 Jahren kann sich „Dinge“ an der Theke im Erdgeschoss ausleihen. Die Ausleihfrist beträgt vier Wochen und ist zweimal verlängerbar, solange es nicht vorgemerkt ist. Das Angebot ist kostenlos.

Woher kommt die Idee?

Die Stadtbibliothek Rosenheim hat sich die „Bibliothek der Dinge“ des Goethe-Instituts in Bratislava zum Vorbild genommen. Dort ist dieses Projekt schon vor ein paar Jahren angelaufen. Aufgrund der Auskünfte, Hilfestellung und des regen Austausches mit dem Goethe-Institut sowie der Unterstützung durch die „Soziale Stadt“, konnte die Bibliothek der Dinge umgesetzt werden.

Woher kommen die Küchengeräte und Werkzeuge?

Die „Dinge“ wurden soweit möglich im Rosenheimer Einzelhandel gekauft. Wir haben zum Beispiel Geräte aus dem Nähmaschinen- Keller, von den Eisenwaren Förg und der Wolle Rödel.

Wie viele solcher „Dinge“ gibt es und was soll in Zukunft hinzukommen?

Momentan haben wir 16 „Dinge“. Wenn das Angebot gut angenommen wird, soll es in den nächsten Jahren weiter ausgebaut werden. Das Budget für dieses Jahr ist leider schon aufgebraucht, es gibt aber bereits eine „Wunschliste“ für eventuelle Anschaffungen 2020. Anregungen sind willkommen. Ausschlaggebend ist allerdings die Langlebigkeit, ein gewisser Kosten/Nutzenfaktor und die allgemeine Nachfrage.

Was erhofft Ihr Euch von dem Angebot?

Einiges. Wir wollen unseren Lesern die Möglichkeit bieten, sich Dinge ausleihen zu können, die sie sich ansonsten vielleicht nicht leisten würden. Auch der Werbeeffekt spielt eine Rolle. Dabei sollen Menschen, die die Bibliothek bisher nicht wahrgenommen haben, angesprochen werden. Ein weiterer Grund ist der Nachhaltigkeitsgedanke. Die Bibliothek der Dinge regt zum Ausleihen anstelle des Kaufens an und leistet damit einen Beitrag zur Nachhaltigkeit und zum umweltbewussten Konsum. Wer tauscht und teilt, wirft weniger weg. Dabei wird nicht nur die Umwelt, sondern auch der Geldbeutel geschont.

Wie wird das Angebot aufgenommen?

Sehr gut. Seit der Einführung wurden bereits 14 der 16 Gegenstände entliehen und zum Teil auch schon wieder vorgemerkt. Wir haben sehr viele erfreute Rückmeldungen erhalten.

Wo finde ich die Dinge in der Stadtbibliothek?

Momentan befinden sich die noch nicht ausgeliehenen Dinge im Erdgeschoss neben der Information, direkt am Eingang. In einigen Wochen wandern alle zurückgegebenen Dinge dann an die Sichtwand hinter der Theke im Erdgeschoss, wo bereits die Tonies und Lesekoffer zu finden sind.

Interview: Anna Heise

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