Feinkost Ester schließt

von Redaktion

Inhaber will Partyservice anbieten – Ende der Wiesn-Bar

Rosenheim – Beim nächsten Herbstfest müssen die Rosenheimer ohne ihre Wiesn-Bar auskommen. Denn Helmut Ester, Inhaber von „Feinkost Ester“, gibt sein Geschäft Am Salzstadel in Rosenheim weitgehend auf. Hintergrund ist der geplante Umbau des mehrgeschossigen Hauses, das seit Generationen der Familie März gehört.

Bekannter Treffpunkt

beim Herbstfest

Für viele Besucher der Rosenheimer Wiesn war klar: Wenn auf der Loretowiese die Lichter dunkel werden, geht es weiter in die Wiesn- Bar von Helmut Ester. Sein Zelt im rückwärtigen Innenhof an der Frühlingsstraße war ab 22.30 bis 1 Uhr bekannter und beliebter Treffpunkt für alle Nachtschwärmer, die noch nicht nach Hause gehen wollten.

Diese Institution wird es von diesem Jahr an nicht mehr geben. Helmut Ester und seine Frau Irmgard werden kürzertreten, sperren ihren Feinkost-Laden zum 20. April zu. Bleiben wird ein Partyservice an selber Stelle, allerdings mit kleinerer Fläche und einem Zugang von der Frühlingsstraße aus. „Vom Schnitzel bis zum Canapé kann man dann alles bestellen“, sagt Helmut Ester. Freitags soll es Backfisch geben. Der Übergang vom Feinkost-Geschäft zum Partyservice wird zwar fließend sein – und trotzdem ein Einschnitt für Irmgard und Helmut Ester. „Es wird ruhiger werden, aber das ist nicht schlecht“, sagt Helmut Ester. 69 Jahre ist er jetzt alt, ein guter Zeitpunkt, um die Dinge etwas langsamer angehen zu lassen, findet er.

Was bleibt, sind die Erinnerungen an 24 Jahre Feinkost-Laden. Eine lange Zeit, in der die Esters viele Stammkunden für sich gewonnen haben – und denen Helmut Ester von Herzen Danke sagen möchte für ihre langjährige Treue. Denn er weiß sehr wohl, dass Feinkost ein schwieriges Geschäft geworden ist. „Es gibt doch heute viele Supermärkte, in denen es zu sehr günstigen Preisen ebenfalls Feinkost zu kaufen gibt“, sagt Helmut Ester, der selbst einst Koch und Konditor gelernt hat. Traurig sei er nicht, sagt er. Zumal er seine vier Angestellten „versorgt“ weiß, die ihm von Anfang an zur Seite gestanden sind. Jetzt beginne eben eine ganz neue Zeit, sagt Helmut Ester.

Das mag auch für Familie März gelten, die das Haus in der Rosenheimer Innenstadt im Jahr 1912 gekauft hat, wie Andreas März sagt. Die Familie will das Gebäude aufwendig sanieren, unter anderem die Haustechnik modernisieren. „Das Haus gehört auf den neuesten Stand gebracht“, sagt Andreas März, und betont dabei, dass mit Irmgard und Helmut Ester alles in bestem Einvernehmen geregelt sei: „Wir vertreiben ihn nicht.“ Die Bauarbeiten im Stammhaus der Familie März sollen noch vor den Sommerferien beginnen.

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