Rosenheimer dürfen es krachen lassen

von Redaktion

Nach Antrag der FDP: Stadträte diskutieren über Feuerwerk-Verbot

Rosenheim – Eine rege Diskussion hat ein Antrag der FDP-Stadträtin Maria Knott-Klausner im jüngsten Ausschuss für Umwelt, Energie und Klimaschutz ausgelöst. Knott-Klausner hatte angeregt, dass es in Rosenheim zu Silvester kein Feuerwerk mehr geben soll. Das aber kommt für die Rosenheimer Stadträte erst einmal nicht infrage.

In ihrem Schreiben an Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer (CSU) hatte Knott-Klausner den Stadtrat aufgefordert, über Alternativen zum Silvesterfeuerwerk zu diskutieren (wir berichteten).

Laut Knott-Klausner belasten die Raketen und Knaller nicht nur die Umwelt durch den anfallenden Feinstaub, sondern sie sorgen auch für jede Menge Müll. Die FDP-Stadträtin schlug deshalb Lasershows vor, statt der Feuerwerke. Die Städte Landshut und Straubing machten es vor: Das Knallen in den Innenstädten sei dort verboten, hatte sie argumentiert. Dies allerdings geschehe in den beiden Städten „aus Gründen des vorbeugenden Brandschutzes“, wie die Stadt Rosenheim mitteilt.

In Rosenheim gilt momentan ein allgemeines Feuerwerk-Verbot. Es besagt, dass rund um Kirchen, Krankenhäuser und Altersheimen keine Raketen und Böller gezündet werden dürfen. Wenn es nach Stadtrat Dr. Wolfgang Bergmüller (CSU) geht, soll das auch so bleiben. „Wenn wir alles verbieten, wird das Leben traurig.“ Klar sei ihm aber auch, dass ein Verbot ausgesprochen werden müsse, wenn Brandgefahr bestehe. Aber eben nur dann. Auch Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer spricht sich gegen ein Verbot aus. Sie selbst sei zwar kein Fan der Knallerei, es solle den Rosenheimern aber selbst überlassen bleiben, ob sie Raketen zünden wollen oder nicht. Denn, dass es in Rosenheim viele Feuerwerk-Liebhaber gebe, sei unumstritten. Stadtrat Markus Dick (Freie Wähler/UP Rosenheim) findet Feuerwerke zwar hübsch. Trotzdem müsse man den Antrag der FDP ernst nehmen. Sein Vorschlag: Freizonen für Feuerwerke. Eine solche Freizone soll es, nach Ansicht von Knott-Klausner, in der Rosenheimer Altstadt geben. Von der Idee, hier eine Lasershow zu organisieren, ist auch Stadtrat Peter Weigel (Grüne) begeistert. Seine Fraktionskollegin Judith Kley-Stephan spricht sich ebenfalls für eine Einschränkung aus und wünscht sich, dass mehr Rücksicht genommen wird. Sie erinnert vor allem an die Haus- und Wildtiere, die von der Knallerei oft verschreckt würden.

1650 Euro für Müllbeseitigung

Auf wenig Zustimmung unter den Stadträten im Ausschuss traf der Wunsch von Knott-Klausner, die Feuerwerke aufgrund der Umweltbelastung zu verbieten. Im Immissionsschutzrecht gebe es keine Rechtsgrundlage, die Feuerwerke aus Gründen der Feinstaubbelastung verbieten, meldet die Stadt. Mehr Zuspruch fand die zweite Begründung: der anfallende Müll. Für die Reinigungsarbeiten am Neujahrstag 2019 fielen nach Angaben des Baubetriebshofes Kosten in Höhe von 1650 Euro an. Markus Dick wies darauf hin, dass Privatkosten nicht in diese Rechnung eingeflossen seien. „Viele Hausmeister haben alle Hände voll zu tun“, sagte er. Laut Gabriele Bauer sollen nun das City-Management und der Wirtschaftliche Verband mit in die Debatte einbezogen werden.

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