Rosenheim – Für mehr Grün in der Stadt, auch zum Erhalt der Artenvielfalt, setzen sich die Grünen in Rosenheim ein. Mit zwei Anträgen wenden sie sich an Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer (CSU) und fordern die Stadt auf, mehr für den Schutz von Pflanzen und Tieren zu tun. Und deren Lebensraum zu sichern und zu schützen.
Artenverlust
bedroht Menschheit
Mit Sorge blicken die Grünen auf die Entwicklung der Stadt, warnen vor der Versiegelung von Flächen durch Neubauten, fordern stattdessen eine konsequente Nachverdichtung. Zuletzt etwa hatte Grünen-Stadträtin Anna Rutz im Zusammenhang mit dem neuen Gewerbegebiet in Brucklach eine Nachverdichtung bestehender Gewerbeflächen angemahnt. Und zugleich ein Konzept für ein „zukunftsfähiges Gewerbegebiet“ gefordert, in dem beispielsweise auch eine zentrale Energieversorgung eingeplant ist.
Nun werfen die Grünen einen Blick auf die Eingrünungen von Bauten, wie sie vorgeschrieben sind in Bebauungsplänen und bei Baugenehmigungen. Diese Vorschriften müssten zunächst analysiert werden. Dann sei in einem nächsten Schritt jährlich abzugleichen, ob der tatsächliche Zustand der jeweiligen Eingrünung auch den Vorgaben entspreche. I
In der Begründung heißt es, Eingrünungen komme eine „wichtige Funktion“ zu, weil sie „einen sanften Übergang von der Bebauung zum Naturraum schaffen“. Außerdem seien sie wichtig für Pflanzen und Tiere – wirkten „dem mittlerweile dramatischen Rückgang der Artenvielfalt in Flora und Fauna entgegen“.
Rückenwind für ihr Anliegen versprechen sich die Rosenheimer Grünen nicht zuletzt von dem großen Zuspruch der Menschen zum Volksbegehren „Rettet die Bienen“, dessen Ziel der Artenschutz war – und dessen Text nun in Bayern in ein gleichlautendes Gesetz fließt. Initiiert hatte das Volksbegehren ursprünglich die ÖDP in Bayern. Gemeinsam mit dem ÖDP-Vertreter im Rosenheimer Stadtrat, Horst Halser, haben die Grünen ihren zweiten Antrag formuliert. In ihm fordern sie eine Biodiversitätsstrategie, um im Stadtgebiet mehr Räume zu schaffen für Pflanzen und Tiere. Auch in diesem Fall soll erfasst werden, welche städtischen Flächen in Frage kommen und wie sie aufgewertet werden können. Zudem soll die Stadt private Grundstücksbesitzer dabei unterstützen, in ihren Gärten „wieder vermehrt Biotope und blühende Gärten im Stadtgebiet entstehen zu lassen“. Helfen soll dabei ein „Biotop-Pflegetrupp“, angesiedelt bei der Stadtgärtnerei. Unterstützung soll außerdem von den Umweltverbänden kommen, etwa dem Bund Naturschutz.
Nehme die Artenvielfalt weiter ab, stelle das eine „existenzielle Bedrohung für die Menschheit dar“, teilen die Antragssteller mit. Zudem melden sie: „In einer Stadt wie Rosenheim, die sich immer weiter ausbreitet und immer weiter verdichtet, ist es wichtig, artenreiche Lebensräume zu erhalten und weiter auszubauen.“ Gerade auch im Hinblick auf die kommenden Generationen, müsse es Ziel sein, „ein stärkeres Bewusstsein für einen schonenden Umgang mit Ressourcen und die Notwendigkeit eines nachhaltigen Lebens zu schaffen“.
Beide Anträge werden die Stadträte diskutieren und entscheiden.bw