Wechsel an der Spitze des Schulamtes

von Redaktion

Helga Wichmann geht in Ruhestand – Walter Jonas folgt als fachlicher Leiter nach

Rosenheim – Wechsel an der Spitze des staatlichen Schulamtes Rosenheim: Edgar Müller ist der neue fachliche Leiter. Seine Vorgängerin Helga Wichmann geht in Ruhestand. Mit einer Feierstunde an der Mittelschule am Luitpoldpark wurde sie verabschiedet.

Nicht nur Beruf,

sondern Erfüllung

Leicht fällt Helga Wichmann der Abschied nicht. „Für mich war Schule kein Beruf, sondern ein großer Teil meines Lebens“, sagte sie. Die Gespräche mit Kollegen und das gemeinsame Entwickeln von Visionen werde ihr fehlen. Dennoch blickt die scheidende Schulamtsdirektorin der Zukunft positiv entgegen: „Ich freue mich wie ein kleines Kind auf die neue Freiheit.“ Für ein Jahrzehnt hatte Helga Wichmann im Schulamt Rosenheim gearbeitet. Im April 2016 wurde sie zur fachlichen Leiterin ernannt. Inklusion und Integration lagen ihr am Herzen. Ihr Nachfolger Edgar Müller beschreibt sie als „Netzwerkerin“. Ihr Führungsstil sei klar, zielführend und wertschätzend gewesen. Empathie im Umgang mit Schülern, Lehrern und Mitarbeitern zeichne sie aus.

Diese Eigenschaft schätzt auch Inge Thaler, Personalratsvorsitzende der Stadt Rosenheim, an Helga Wichmann sehr: „Sie hat die Menschen über die Paragrafen gestellt.“ Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer (CSU) bezeichnet die nun ausgeschiedene Schulamtsdirektorin als „Vollblutpädagogin“. Der Ministerialbeauftragte Wilhelm Kürzeder lobte: „Sie hat uns allen gutgetan.“

Respekt vor

der neuen Aufgabe

Die Entlassungsurkunde überreichte ihr der Regierungsvizepräsident von Oberbayern, Walter Jonas. Er war es auch, der Edgar Müller die Ernennungsurkunde übergab. Müller ist in Nordrhein-Westfalen geboren. Ende der 1970er-Jahre zog der Lehrer nach Oberbayern. Unter anderem wirkte er als stellvertretender Schulleiter in Bad Feilnbach und als Schulleiter in Raubling. Seit 2010 ist Müller im staatlichen Schulamt tätig, im Jahr 2011 wurde er zum Schulrat, 2016 zum Schulamtsdirektor ernannt. Über seine neue Funktion sagte er: „Die Vielschichtigkeit dieser Aufgabe ist Respekt einflößend.“ Er wolle dennoch niemals das Wesentliche aus den Augen verlieren: die Kinder und Jugendlichen selbst.

In seiner Rede während der Feierstunde ging Regierungsvizepräsident Jonas auch auf das ein, was die Schulen nach seiner Meinung in den kommenden Jahren besonders beschäftigen wird: der Ausbau der Ganztagsbetreuung und die Digitalisierung. Nach den Plänen der Regierung soll es bis 2025 für jedes Kind im Grundschulalter ein ganztägiges Betreuungsangebot geben. „Die Schulen sind gefordert, dafür zusammen mit den Kindern und Eltern tragfähige Lösungen zu entwickeln“, sagt er.

Die Digitalisierung werde derzeit „mystifiziert“. „Es gibt hohe Erwartungen. Wahrscheinlich lässt sich vieles nicht erfüllen.“ Die Digitalisierung mache sicherlich heute und in Zukunft so manches möglich, aber: „Ob die Welt dadurch besser wird, bleibt dahingestellt.“ Er sei skeptisch, ob bereits in der Grundschule jedes Kind auf diesem Gebiet perfekt sein müsse. Wesentlich wichtiger sei es, vernünftige Menschen zu erziehen, sagte der Regierungsvizepräsident Walter Jonas.wu

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