Lokschuppen-Gastronomie: Klaus Rechenauer soll es richten

von Redaktion

Der Kaffeeröster und Unternehmer aus Schechen hat Konzept vorgelegt – Bisher kein Vertrag

Rosenheim – Bis zu 280000 Besucher im Jahr zieht der Lokschuppen in Rosenheim an. Er gilt der Stadt als Leuchturm-Projekt. Seit Monaten wird aufwendig saniert. Mehr als zehn Millionen Euro investiert die Stadt. Im Herbst soll große Eröffnung sein mit der Ausstellung „Saurier – Giganten der Meere“. Ob bis dahin die Bewirtung funktioniert, ist aber offensichtlich fraglich. Zumindest der mögliche Betreiber der Gastronomie ist skeptisch.

Klaus Rechenauer nennt sich selbst „Kaffeeröster und Unternehmer“. Er hat im Jahr 1999 die „Kaffeerösterei Rechenauer“ in Schechen gegründet, betreibt einen Onlineshop und auch ein Café am Marienplatz in Wasserburg. Bis vor sechs Jahren war er zudem Inhaber eines Cafés am Rosenheimer Max-Josefs-Platz. Das habe er, so sagt er heute, aufgegeben, weil er zwar Gewinn erwirtschaftet habe, aber nach und nach der Umsatz rückläufig gewesen sei. Mit Blick auf die zu zahlende Staffelmiete, habe er sich dann dafür entschieden, das Café zu schließen. Von einem gastronomischen Misserfolg, wie er im Stadtrat angeklungen war, könne keine Rede sein.

Zusammenarbeit

mit zwei Partnern

Nun also wird Rechenauer als der neue Mann für den Gastro-Bereich im Lokschuppen gehandelt. Die Stadt habe ihn angesprochen und er habe sich die Sache angesehen, sagt er. Wie berichtet, ist geplant, die Einheiten für Gastronomie ganz neu zu gestalten. Wichtigster Baustein dabei: Die Räume sollen an das Foyer angeschlossen werden, was umfangreiche Bauarbeiten nach sich zieht, die zum Teil auch vom Denkmalschutz tangiert werden. So muss, unter anderem, die Treppe verlegt werden, von der Außenrotunde an die Innenrotunde.

Rechenauer spricht von einer „großen Herausforderung“ für alle Beteiligten. Und will das Projekt „Lokschuppen“ daher nicht allein starten, sondern gemeinsam mit zwei Partnern. Beide mit „langjähriger Erfahrung in der Gastronomie“. Noch allerdings sei kein Vertrag unterschrieben, arbeiteten die verantwortliche „Veranstaltungs- und Kongress GmbH“ und er an unzähligen Details. Denn einfach nur eine Küche einzubauen, oder eine Theke, das genüge bei Weitem nicht. Gerade in der Gastronomie seien die Auflagen enorm. Als Beispiel nennt Rechenauer die Vorschrift, dass Essensreste mittlerweile gekühlt werden müssen. Eine Abfalltonne im Hinterhof entspreche den Hygiene-Vorschriften längst nicht mehr. Seit August 2018 laufe die Planung für die Küche. Vieles wurde angedacht, wieder verworfen. Oder andersherum. Beispiel: Schankanlage. Die werde nun eingebaut, um frisch gezapfte Getränke servieren zu können. Werfe in der Folge aber auch die Frage auf, wohin mit den leeren Fässern.

Küchenleiter

übernimmt

Was das Angebot an Speisen und Getränken betrifft, weist Rechenauer die Kritik aus dem Stadtrat zurück. Dort hatten einige Stadträte moniert, es werde sehr viel Geld für den Einbau einer Küche ausgegeben, in der dann womöglich nur vorgefertigte Lebensmittel verwendet würden. Diese Convenience-Produkte – die Palette reicht vom vorgegarten Brokkoli bis zur Krokette – seien wichtiger, aber nicht ausschließlicher Bestandteil einer Gastronomie, die viele Gäste in kurzer Zeit versorgen müsste, sagt Rechenauer. Für das, was aus der Küche kommt, wird er selbst nicht zuständig sein. „Ich bin kein Koch“, sagt er. Die kulinarischen Aufgaben soll ein Küchenleiter übernehmen.

In der Summe müsse es das Ziel sein, wegzukommen von der „Kaffeekantine“. Und ein Angebot zu schaffen, das auch in dem Fall funktioniere, wenn der Lokschuppen an einem Tag mehrere Tausend Ausstellungsbesucher zähle. Mit Blick auf die Gastronomie scheint das weniger ein Problem zu sein. Es ist der Umbau, von dem Unternehmer Rechenauer glaubt, dass er nicht rechtzeitig abgeschlossen sein wird. Trotzdem bleibt er zuversichtlich: „Schreiben sie zum Schluss: Alles wird gut.“bw

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