Kolbermoor – Was sich der Nager genau unter den Nagel gerissen hat, ist nicht zu erkennen. Aber die Ratte erkennt man genau. Drei wurden jetzt an der Wertstoffinsel Am Rothbachl gesehen. Aber nicht nur das: Müllberge türmen sich neben den Containern. Aber nicht nur Plastik, Blech, Papier, Glas und Co., sondern auch Essensabfälle – ein Eldorado für Ratten.
Ein Bauhof-Mitarbeiter erzählt, dass erst kürzlich ein Sack voller alter, verschimmelter Kartoffeln vor einem Container einer Wertstoffinsel stand, heißt es seitens der Stadt. Aber was sollen verschimmelte Lebensmittel an der Wertstoffinsel? Das fragt sich Jürgen Halder vom Technischen Bauamt auch.
„Es wird alles angeschleppt, nicht nur das, was in die Container gehört“, sagt er. Das bestätigt auch das Landratsamt, das für die rund 30 Wertstoffinseln in Kolbermoor zuständig ist: „Der abgestellte Abfall gehört meistens nicht zu den Abfallfraktionen, welche an den Wertstoffinseln gesammelt werden.“ Darüber hinaus ist die Wertstoffinsel Am Rothbachl dem Landratsamt „als problematisch“ bekannt – „auch an der Insel an der Farrenpointstraße finden sich regelmäßig unerlaubte Ablagerungen.“ Und das ziehe natürlich die Ratten an.
Auch an der Werkskanalböschung hat Halder schon oft Ratten gesehen. Klar, auch hier finden die Tiere genug zu fressen: „Viele werfen Nahrungsmittel ins Wasser“, sagt er. Um dem entgegenzuwirken, haben Schulkinder schon einmal Schilder gemalt: „Brot oder andere Nahrungsmittel nicht ins Wasser werfen“ – und das gleich in drei Sprachen: deutsch, türkisch, russisch. „Die Population explodiert, wenn die Tiere ausreichend Nahrung finden“, so Halder. Deshalb spricht er von „einem kleinen Rattenproblem in Kolbermoor“.
Wie bekommt man das Problem in den Griff? „Wenn sie keine Nahrungsabfälle finden.“ Darüber hinaus? An zwei Wertstoffinseln und auch am Werkskanal hat der Bauhof Giftköder in befestigten Boxen ausgelegt – jetzt sollen Boxen auch an der Anlage Am Rothbachl folgen.
Keine Gefahr
für Hunde
Das funktioniert so: Die Ratte geht in die Box, schleckt am Köder, geht wieder hinaus und verendet dann. Aber können nicht auch andere Tiere an dem Giftköder in der Box sterben? „Nein, sie gelangen nicht hinein, weil es zu klein ist. Außer die Box wurde mutwillig zerschlagen.“ Aber auch dann reicht die Giftdosis laut Halder nicht aus, um beispielsweise einen Hund zu gefährden. „Die Konzentration ist zu schwach.“ Auch wenn ein Hund eine vergiftete Ratte fressen sollte, stirbt er nicht, so Halder weiter.