Leseförderung per Live-Erlebnis

von Redaktion

Autor Hans-Peter Schneider zu Gast an der Johann-Rieder-Realschule

Rosenheim – Mit schauspielerischem Talent zog jetzt Hans-Peter Schneider Schüler der Johann-Rieder-Realschule und des Sebastian-Finsterwalder-Gymnasium in seinen Bann. Er hat sozusagen die bayerische Variante der Buchreihe „Greg’s Tagebücher“ – nämlich „Seppis Tagebücher“ – ins Leben gerufen.

Auszüge aus Aufsätzen von Zwölfjährigen belegen laut der beiden Schulen: Es wird nicht genug gelesen. Die Konsequenz sei, dass nach Einschätzung einiger Lehrer Vorgangsbeschreibungen im Deutschunterricht der sechsten Klasse falsch wiedergegeben werden. So müssten Tonkugeln mit einem Schneidedraht „in zwei“ anstatt entzwei geschnitten und die Hälften gut „ausgehüllt“ anstatt ausgehöhlt werden.

Vor fünf Jahren startete die Johann-Rieder-Realschule daher den Versuch, im fünften Jahrgang eine Lese-Profilklasse neben den bestehenden Mint- und Manufakturklassen einzurichten. War das Interesse der Eltern und Kinder noch am Infoabend für die Grundschuleltern recht groß, so wurden doch jeweils im Mai nur die beiden anderen Profilangebote angewählt. Seit eineinhalb Jahren nun geht die Schule neue Wege: das Profil Lese-Fußball-Klasse wurde eingeführt und angewählt. Diese Klasse hat nicht nur eine Stunde pro Woche mehr Sport, sie arbeitet auch im Deutschunterricht vermehrt mit Texten und Aufgaben aus dem Bereich Fußball, was sich überaus motivierend auswirkt.

Ein weiterer wichtiger Baustein im Rahmen der Leseförderung ist eine Autorenlesung. So wurde in diesem Jahr Hans-Peter Schneider aus Preith, der Schöpfer von Seppis Tagebüchern, eingeladen. Der Vormittag stand dabei eindeutig unter dem Motto „Mitmachen, Mitlachen und Mitdenken“.

Zuerst durften die jungen Zuhörer schreiend beweisen, dass sie die Hauptfiguren aus den Comic-Tagebüchern alle namentlich kennen. Es folgte eine Reise durch vier der sechs Buchbände, die einige Schüler animierte zu beweisen, dass – genau wie im vierten Band „Pack ma’s!“ beschrieben – auch Buben miteinander tanzen können. So etwas kann nämlich passieren, wenn man sich beim Flaschendrehen für „Pflicht“ entscheidet.

Zudem wurde darüber diskutiert, ob Lehrer wirklich immer Recht hätten und ob Kinder in der Schule immer sagen sollten, was sie wirklich denken. Seppis Erfinder lachte, schrie, jammerte, provozierte, rappte und zog Grimassen – bis auch der letzte Schüler ganz in seinen Bann gezogen war.

Alle Tagebücher ausgeliehen

Die Einschätzung des Friedrich-Bödecker-Kreises, dass Literatur-Live-Erlebnisse Kinder und Jugendliche faszinieren und die Unterrichtenden inspirieren, hatte sich nach Einschätzung der Lehrer an diesem Vormittag bestätigt. Und so war es nicht verwunderlich, dass am nächsten Tag alle Bände von „Seppis Tagebuch“ in der Schülerbücherei in kürzester Zeit ausgeliehen waren.

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