Rosenheim – Der Schauspieler James Dean hat einmal gesagt: „Die Genugtuung käme im Tun, nicht in den Ergebnissen.“ Was zunächst nach einem unglaublich tollen Instagram-Beitrag klingt, ist leider nur die halbe Wahrheit, denn Veränderung bringt meistens nicht nur der gute Wille. Wenn allerdings engagierte Schüler aus verschiedenen Ländern, die etwas verändern wollen, zusammenkommen, dann werden Lösungen geliefert. Das zumindest finden die Schüler des Rosenheimer Karolinen-Gymnasiums, die beim Jugendparlament der Alpenkonvention (YPAC) zu Gast waren.
Der Umgang mit
Veränderungen
In der Sitzungswoche in Meran ging es darum, wie man mit den Veränderungen umgehen kann, die der Klimawandel mit sich bringt, „was natürlich auch in der großen Politik eines der am meisten diskutierten Themen ist“, meldet das Gymnasium. In vier Komitees gingen die Schüler auf Aspekte der Gesundheit, Ökologie, der Beteiligung der Jugend und der Lebensrechte eines jeden Menschen im Hinblick auf die globale Erwärmung ein.
Dass Jugendliche in der Politik aktiv werden müssen, zeige kein Beispiel besser als die „Fridays for Future“-Initiative von Greta Thunberg, weshalb die Wahl des Rahmenthemas des YPAC 2019 gut gepasst habe. Klimaforscher wie Professor Kaser von der Universität Innsbruck, der als eine Art Mentor und Ratgeber für das Jugendparlament fungierte, sind der Ansicht, dass spätestens in den nächsten elf Jahren Veränderungen in Sachen Klima herbeigeführt werden müssen. „Die Klimapolitik betrifft nicht nur Erwachsene, sondern vielmehr uns. Wir können noch etwas ändern, und das YPAC gibt uns eine Möglichkeit dazu“, sagte Antina Thiesen aus der Q11.
Die Vorschläge der Jugendlichen aus den sieben Alpenstaaten, die in den zwei Tagen erarbeitet wurden, diskutierte eingehend die sogenannte Generalversammlung des Jugendparlaments. Am Ende der Versammlung wählten die Delegierten die neun besten Lösungen, die als „Resolutions“, den Umweltministern der Alpenstaaten eine Woche später bei der Alpenkonvention in Innsbruck vorgestellt wurden. Dabei konnten sich die Rosenheimer Schüler mit Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) austauschen, die ihre Unterstützung für das Jugendparlament zusicherte. Diese „Resolutions“ beinhalten unter anderem die Unterbringung von Klimaflüchtlingen in „Safe Houses“, ein staatlich festgesetztes Limit für den Wasserverbrauch oder die Senkung des Wahlalters auf 16 Jahre, das den jüngeren Menschen mehr Einfluss auf ihre eigene Zukunft ermöglichen würde.
Die sieben Karo-Schüler zwischen 15 und 17 Jahren, die mit ihren beiden Lehrern nach Meran gekommen waren, fühlen sich als „Teil einer Generation, die sich ernsthaft und mit großem Engagement mit dem Klimawandel auseinandersetzt“.
Gastgeber im
kommenden Jahr
Lucie Butenandt aus der neunten Klasse, die das erste Mal dabei war, sagte: „Es hat mir unglaublich viel Spaß gemacht, mich mit Politikern, Umweltexperten und Schülern aus dem ganzen Alpenraum auszutauschen. Das YPAC ist eine tolle Möglichkeit, etwas zu bewirken.“ Im März 2020 wird das Karo selbst Gastgeber des Jugendparlaments zur Alpenkonvention sein. Damit die Woche ein voller Erfolg wird, laufen die Vorbereitungen der Rosenheimer Delegation schon auf Hochtouren.