Rosenheim – Feierlich eingeweiht wurde am gestrigen Freitag die neue Romed-Pflegeschule in dem ehemaligen Verwaltungsgebäude der Papierwaren-Fabrik Niedermayr. Die Zeiten der Platznot sind damit vorbei.
Gegründet wurde die Krankenpflegeschule Rosenheim vor 56 Jahren auf dem Klinikgelände in der Pettenkoferstraße. Zu dieser Zeit waren noch viele Franziskanerinnen aus Mallersdorf in der Pflege und in der Küche tätig. „Es gab sogar noch Weißnäherinnen, die die Knöpfe an den Kitteln der Ärzte angenäht haben“, erinnert sich Rosenheims Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer.
Ausbildung
ständig erweitert
Seit damals hat sich viel verändert. Die Ausbildung wurde ständig weiter ausgebaut. Die Platznot wuchs. Mit dem ersten Ausbildungsjahrgang der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege im Herbst vergangenen Jahres wurde es dann richtig eng.
Große und geeignete Räumlichkeiten zu finden, war aber nicht so einfach. Vor allem deshalb, weil Fördermittel von Seiten des Freistaats nur für den Fall in Aussicht gestellt wurden, dass das Klinikum die neue Schule selbst auf ihrem eigenen Gelände baut.
„Das wäre nicht zu schaffen gewesen, dafür ist das Klinik-Areal zu klein“, erklärt Gabriele Bauer. Umso größer war dann auch bei ihr die Erleichterung, als sich zum einen nach langer Suche endlich geeignete Räumlichkeiten in der ehemaligen Papierwaren-Fabrik Niedermayr zur Miete fanden und darüber hinaus dann doch noch die Fördermittel zugesagt wurden. Ausstattung der Klassenzimmer, Aufenthaltsräume und Büros summierten sich mitsamt der Umzugskosten auf rund 330000 Euro.
Mit dem Ergebnis zeigen sich Schüler, Lehrer und Mitarbeiter vollends zufrieden. „Es ist eine außergewöhnliche, wunderbare Atmosphäre“, schwärmt Schulleiterin Barbara Weis. Auf über 1200 Quadratmetern stehen nun, dank großer historischer Fenstereinteilung, helle Räume mit einer loftähnlichen Atmosphäre zur Verfügung.
Statt bisher zwei gibt es nun insgesamt sechs Klassenzimmer. Insgesamt werden 210 Ausbildungsplätze angeboten. Jeweils jährlich 30 in der dreijährigen Ausbildung in der Gesundheits- und Krankenpflege, 30 in der einjährigen Ausbildung Krankenpflegehilfe und 30 in der neuen Gesundheits- und Kinderkrankenpflege.
In den großzügig gestalteten Demonstrationsräumen sollen die Auszubildenden mittels komplett nachempfundener Klinikumgebung und lebensechten Puppen bestmöglich auf ihren Arbeitsalltag vorbereitet werden. „Skills Lab“ nennt man diese neue Lehrform, bei der gezielt die praktischen Fähigkeiten und Szenarien erlernt und geübt werden.
Die neue Schule verfügt außerdem über großzügige Aufenthaltsräume, einen Lesesaal, Lehr- und Lernmittelräume sowie Lehrerzimmer und Büros. Auch das Freigelände soll künftig für den Unterricht genutzt werden. „Ich werde mit meinen Schülern im Garten künftig Pneumonie-Prophylaxe-Übungen durchführen“, berichtet Barbara Weis.
Die Klassenzimmer selbst sind allesamt digital ausgestattet. Statt herkömmlichen Tafeln gibt es Whiteboards, Medientische und elektronische Flipcharts. Jedem Schüler wird ein Notebook zur Verfügung gestellt. Auch hierfür übernimmt der Freistaat Bayern die Kosten aufgrund des Masterplans „Bayern digital“.
Pflegekräfte das „wichtigste Glied“
Trotz zunehmender Digitalisierung und Änderungen im Pflegeberuf allgemein hofft Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer, dass bei der Arbeit in Romed-Klinikum auch in Zukunft der Patient im Mittelpunkt steht. Voller Anerkennung sprach sie über die Pflegekräfte. Sie seien das wichtigste Glied in der Kette. Sie zu finden, wird aber zunehmend schwieriger. „Der Pflegekräftemangel ist dramatisch“, sagt Regierungsschuldirektor Stefan Pauler. Das Romed-Klinikum Rosenheim leiste mit seinem Engagement in Sachen „Ausbildung“ einen guten Beitrag zur Abmilderung dieser Entwicklung.
Den kirchlichen Segen spendeten der evangelische Pfarrer Andreas Fuchs und der katholische Pastoralreferent Josef Fürsich-Niedermeier – beides Seelsorger am Romed-Klinikum. Bei ihren Segenswünschen machten sie deutlich, dass es bei der Ausbildung von Pflegekräften nicht nur um die Vermittlung von theoretischen und praktischen Wissen gehe, sondern auch um Herzensbildung.