Rosenheim – Die Fotoausstellung „Ansichtssache“ des BRCA-Netzwerkes – Hilfe bei familiärem Brust- und Eierstockkrebs im Romed-Klinikum bringt mittels außergewöhnlicher Bilder die Thematik näher. Sie zeigt, wie betroffenen Frauen damit leben.
Chefarzt-Privatdozent Dr. Andreas Schnelzer betonte, wie wichtig das Brust- sowie das gynäkologische Krebszentrum am RoMed Klinikum Rosenheim für die Patientinnen aus Stadt und Landkreis Rosenheim seien. „Hier werden die Frauen mit Krebserkrankungen nach den neuesten Leitlinien und medizinischen Erkenntnissen behandelt“, ist er überzeugt.
Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer betonte in ihrem einfühlsamen Grußwort, dass mit einer Diagnosestellung Krebs die Welt aus den Fugen gerate, sich der Blick verändere und Panik aufkomme. „Wir müssen die Verantwortung für unseren Körper und unsere Seele übernehmen. Krebs ist keine hoffnungslose Diagnose mehr“, so Oberbürgermeisterin Bauer.
Sie zeigte sich beeindruckt von der Kraft der Ausstellung und des dazugehörigen Bildbandes und unterstrich die große Bedeutung der Selbsthilfegruppen in diesen schwierigen Situationen. „Zu wissen nicht allein zu sein, ist ein wichtiges Zeichen!“
Die Vorsitzende des BRCA-Netzwerkes – Hilfe bei familiärem Brust- und Eierstockkrebs, Traudl Baumgartner aus München, erklärte, dass sich das BRCA-Netzwerk nicht mehr nur als Breast Cancer Netzwerk verstehe, sondern auch offen für andere Krebsarten sei. „Seit 25 Jahren ist die genetische Disposition bekannt.“, so Baumgartner und stellte folgende Fragen in den Raum: „Was ist zu tun, wenn ich betroffen bin? Will ich überhaupt wissen, ob ich betroffen bin? Was mache ich mit dem Wissen?“ Sie betonte, dass jede Frau ein Recht auf Nichtwissen habe. „Es gibt keinen Königsweg bei der Entscheidung und jede muss für sich herausfinden, welcher Weg für sie am besten passt.“, so die Fachfrau aus der Selbsthilfe. Die Möglichkeit des Austausches in einer Selbsthilfegruppe mit Betroffenen leiste hier einen wichtigen Beitrag. Zusätzlich möchte das BRCA-Netzwerk mit dem Bildband und der Fotoausstellung „Ansichtssache“ Hilfestellung geben.
Diplompsychologin Jana Weinhold, Leiterin der Abteilung für Psychoonkologie und Psychologische Schmerztherapie am Romed-Klinikum, erläuterte, dass für die Patientinnen Wissen zum Thema von großer Bedeutung sei. „Dies ist wichtig, um mit der Erkrankung umgehen zu können und gibt Sicherheit beim Treffen von Entscheidungen.“, so die Psychoonkologin und betont: „Im Rahmen der psychoonkologischen Begleitung besteht das Angebot, dass Familienangehörige miteinbezogen werden.“
Der Klinikchor unter der Leitung von Hans Kelnberger gestaltete die musikalische Umrahmung der Vernissage sehr gefühlvoll mit passenden Stücken.