Leserforum

Zu wenig Gefühl fürs Stadtbild

von Redaktion

Leserbrief zum Artikel „Hier entsteht ein neues Stadtviertel“, erschienen am 2. Mai:

„Der Artikel zur Bebauung am Bahngelände Nord beginnt mit den Worten: ein Vorzeigeprojekt, ein Städtebaulicher und wirtschaftlicher Impuls, eine einmalige Chance, um Rosenheim aufzuwerten.

Ich frage mich, was ist hier vorzuzeigen? Es werden weiße Betonblöcke mit rechteckigen Glaselementen gebaut, wie sie aktuell in vielen Großstädten entstehen, ohne jeglichen Bezug zum Bestand einer Stadt. Den Abschluss bildet dann noch ein Hochhausklotz mit elf Stockwerken direkt am Brückenberg. Die Gebäude reihen sich an der Münchenerstraße somit gut ein zu den ebenso stillosen Häusern „Stellwerk 18“, dem Hotel, sowie dem neuen Gesundheitscenter.

Natürlich zaubern die Architekten auf den Plänen viel Grün dazu, um das Ganze besser aussehen zu lassen. Die Wirklichkeit nach einigen Jahren sieht dann allerdings anders aus.

Es entstehen dort etwa 14000 Quadratmeter Gewerbefläche. Um das Projekt besser verkaufen zu können, gibt es dann 140 Studentenbuden und 40 seniorengerechte Wohnungen dazu, wobei der Begriff ,seniorengerecht‘ sehr dehnbar ist. Zum einen hätte die Stadt auf diesem großen Areal versuchen sollen, noch mehr Wohnraum zu schaffen, der in Rosenheim fehlt. Zum anderen hätten die Architekten etwas mehr Gefühl für ein bestehendes Stadtbild zeigen können, um eine Erkennbarkeit Rosenheims nicht ganz zu zerstören.“

Bernd Vierthaler

Rosenheim

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