Rosenheim – Robert Metzger (54) ist Kandidat der Rosenheimer SPD für das Amt des Oberbürgermeisters. 29 von 30 Delegierten gaben dem SPD-Fraktionsvorsitzenden bei der Aufstellungsversammlung ihre Stimmen.
Nach seiner Nominierung gibt sich Metzger durchaus euphorisch. Er ist motiviert, fühlt sich gestärkt. Seine Partei, das weiß er jetzt, steht vollkommen hinter ihm. Es ist, nach 2014, Metzgers zweiter Versuch, Chef im Rosenheimer Rathaus zu werden. Die Ausgangslage ist wenig erfreulich. Die Sozialdemokratie liegt am Boden. In Rosenheim gilt der, noch inoffizielle, CSU-Mitbewerber Andreas März (46) als Favorit. Und trotzdem ist Metzger optimistisch: „Ich setze alles auf Sieg. Ich habe gute Karten.“
Bei der Aufstellungsversammlung im Gasthof Höhensteiger überzeugte er mit dieser Einstellung. Ja, er meine es ernst mit seiner Kandidatur, trotz des miserablen Ergebnisses bei der Europawahl und der schlechten Umfrageergebnisse für die Sozialdemokraten in der Großen Koalition, sagt er zu Beginn seiner Bewerbungsrede.
„Es ist kein Naturgesetz, dass in Rosenheim die CSU den Oberbürgermeister stellt und außerdem haben sie es auch nicht verdient, diese Stadt weiterhin zu führen“, sagt er. Harte Worte. Und er packt noch einen drauf, bezeichnet die CSU als „Märchenerzählergruppe“, die viele Wahlversprechen nicht eingehalten habe. Metzger will es besser machen.
Seine Themen sind neue Konzepte für die Mobilität, er fordert bezahlbaren Wohnraum, will den öffentlichen Personennahverkehr attraktiver machen. Und dann ist da noch der Klimaschutz. Ein Thema, für das bis jetzt eher die Grünen bekannt sind. Das nun aber auch CSU und SPD verstärkt für sich entdecken – müssen. Metzger will „eine Politik schaffen, die Klimaziele ernsthaft erreicht“.
Sind also die Grünen sein direkter Konkurrent? „Jede Partei ist ernst zu nehmen“, sagt er. Dass mehrere Parteien das gleiche Ziel verfolgen, stört ihn wenig „Durch den Wettbewerb schaffen wir es vielleicht, die Dinge voranzubringen.“ Schritt für Schritt will Metzger die Rosenheimer von seiner Sache überzeugen. Er plant einen „bunten Wahlkampf“. Wie genau der aussehen soll, sagt er nicht. Fest steht aber, dass er auf persönliche Gespräche setzt. Er plant unter anderem Jugendorganisationen, Bürgerinitiativen und Verbände zu besuchen. Sein Motto: „Aufbruch wagen – für ein bürgernahes Rosenheim“. Er setzt auf Bürgerbeteiligung und Mitgestaltung.
Seine Zielgruppe: vom klassischen SPD-Wähler bis hin zum Jugendlichen. „Ich glaube, dass ich den Nerv der Jugend treffe“, sagt er. Über Facebook plant er, die jungen Leute anzusprechen. Dort ist er bereits seit mehreren Jahren aktiv, gewährt Einblick in seine politische Arbeit ebenso wie in sein Privatleben. Er gibt sich offen. Er setzt darauf, dass bei der Kommunalwahl der Mensch hinter der politischen Farbe eine wichtige Rolle spielt. Anna Heise