Der Müll wird immer mehr

von Redaktion

Bürger ärgern sich über die Entwicklung am Happingerausee

Rosenheim – Laute Musik, illegales Grillen und enorm viel Müll: Die Situation am Happingerausee in den Sommermonaten sorgt bei vielen Anwohnern schon seit Jahren für Verständnislosigkeit. In der jüngsten Stadtratssitzung machte SPD-Stadtrat Abuzar Erdogan auf die Problematik erneut aufmerksam. Bürger hätten ihn mehrfach auf die schwierige Lage hingewiesen.

Viele Badegäste ignorieren die Regeln

Es ist ein verheerendes Bild, das sich an sonnigen Tagen am Happingerausee bietet: Vollgestopfte Mülltonnen, auf dem Gras befinden sich leere Fleisch- und Wurstverpackungen. Neben einem kaputten Klappstuhl liegt ein Pizzakarton. Leere Pfandflaschen und Pappbecher stapeln sich. Bilder wie diese sind für Christian Kokoschka (63) fast schon alltäglich. Der Rosenheimer führt gemeinsam mit seiner Frau Claudia (51) den „Koko-Beach“-Pavillon am Ausee. „Viele Badegäste halten sich einfach nicht an die Regeln“, sagt Christian Kokoschka. Sie ignorierten die Verbotsschilder und Mülltonnen.

Und dabei könnte in dem Erholungsgebiet am Happingerausee alles so schön sein. Es gibt Liegen zum Sonnen, einen Beachvolleyballplatz und einen Badesee. Am Kiosk können die Besucher Essen und Getränke kaufen. Beste Voraussetzungen also für eine Wohlfühloase – wären da nicht die zu laute Musik, die zu intensiven Gerüche nach Grillfleisch und die überfüllten Liegewiesen. „Es ist einfach nur schade“, bedauert Christian Kokoschka.

Aufgrund des schlechten Wetters im Mai hielt sich der Ansturm bis jetzt in Grenzen. Das wird sich in den nächsten Tagen ändern. Der Ausee ist gerade bei heißen Temperaturen ein beliebtes Ausflugsziel. Dann heißt es für viele wieder: ab ans Wasser.

Dass Partys und laute Musik eigentlich verboten sind und Fleischbraten nur an den öffentlichen Grillplätzen erlaubt ist, wird häufig ignoriert. Dabei gibt es diese Regeln sogar schwarz auf weiß. Darauf weist auch die Stadt immer wieder hin. In der Satzung zur Benutzung des Erholungsgebietes Floriansee-Happingerausee-Happinger See steht ausdrücklich: Es ist alles verboten, was die Ruhe und Sauberkeit beeinträchtigen könnte.

Unangekündigte Polizeikontrollen

Um Sicherheits- und Ruhestörungen, Verunreinigungen sowie Vandalismusschäden einzudämmen, plant die Rosenheimer Polizei auch in diesem Jahr zahlreiche unangekündigte Kontrollen. „Natürlich habe ich Verständnis dafür, dass es viele Leute nach draußen zieht“, sagt Polizeihauptkommissar Robert Maurer. Kein Verständnis hat er jedoch für das illegale Grillen. Denn: Durch die Einweggrills entstehen auf der Wiese oft Brandschäden. Auch die zugeparkten Zufahrtsstraßen ärgern den Polizeihauptkommissar. Im Fall der Fälle wäre für den Rettungsdienst kein Durchkommen. „Falschparker werden deshalb gnadenlos abgeschleppt“, sagt Maurer. Und das ist teuer: Wer die Zufahrt für Notarzt und Wasserwacht blockiert, muss mit Kosten in Höhe von 300 Euro rechnen.

Die Stadt hat nur wenig Handlungsmöglichkeiten. 2017 hat der Stadtrat zwar die Satzung verschärft, eine Verbesserung trat aber nicht ein. Der Stadt bleibt nichts anderes übrig, als den Müll wegzuräumen. Die Mitarbeiter vom Baubetriebshof haben schon jetzt alle Hände voll zu tun. Täglich rücken sie aus, um das Gebiet rund um den Ausee von achtlos weggeworfenen Glasflaschen, Verpackungen, Pappbechern und Plastikmüll zu befreien. „Besonders an Wochenenden und Feiertagen verschärft sich die Situation“, sagt Donat Steindlmüller vom Rosenheimer Ordnungsamt. Er stellt fest, dass sich die Situation ähnlich wie am Mangfallufer entwickelt: „Der Müll wird immer mehr.“ Was also tun? „Es müssten sich einfach nur alle an die Regeln halten.“

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