Emma als Lebensretterin

von Redaktion

Zehnjährige hilft ihrer Oma nach Wespenstich

Rosenheim – Es sollte an sich ein schöner Abend einer Großmutter mit ihrer Enkelin werden. Ein wenig Handarbeit, ein schönes Bad für die Kleine und danach noch gemeinsam fernsehen. Ein Wespenstich machte diesen Plänen jedoch einen Strich durch die Rechnung.

„Wir waren gerade mit dem Häkeln fertig, und meine Enkelin war in der Wanne, als ich plötzlich einen heftigen Schmerz im linken Oberschenkel spürte“, erzählt Luise Bachmann. Eine Wespe hatte sie gestochen, sie hatte sie mit einem Reflex zu Boden geschlagen.

„Mir ging es recht schnell nicht gut“

Kurz darauf kam ihre Enkelin Emma hinzu, die in Kiefersfelden wohnt und an diesem Wochenende bei ihr übernachten sollte. „Mir ging es dann recht schnell nicht gut, ich habe mich im Wohnzimmer hingelegt.“

Zwar habe sie nach einem Stich vor rund 25 Jahren gewusst, dass sie gegen Wespengift allergisch ist, so die 74-Jährige. „Aber ich habe nicht damit gerechnet, dass es so schnell geht mit der Reaktion und so heftig wird.“ Tatsächlich verlor die Seniorin das Bewusstsein, ohne vorher einen Arzt verständigen zu können.

Nun stand also die zehnjährige Emma neben ihrer ohnmächtigen Großmutter und war auf sich alleine gestellt. „Das sah wirklich schlimm aus, wie die Oma da lag“, erinnert sich die Grundschülerin. Zunächst versuchte sie, ihre Mutter anzurufen, wie sie es für Notfälle vereinbart hatten. Allerdings konnte Emma ihre Mama nicht erreichen. Also klingelte sie bei mehreren Nachbarn, die auch gleich mit in die Wohnung von Luise Bachmann kamen. Einer von ihnen verständigte umgehend den Notarzt.

Mit der Oma ins Krankenhaus

Emma zeigte den Sanitätern den Weg von der Straße in die Wohnung und begleitete ihre Oma ins Krankenhaus. Nach der Versorgung erholte sich die 74-Jährige recht schnell und durfte noch in der Nacht wieder nach Hause.

„Ich war danach noch beim Hausarzt, weil auch Tage später der Juckreiz so stark war“, berichtet Luise Bachmann. Der Mediziner habe ihr bestätigt, dass sie den allergischen Schock mit großer Wahrscheinlichkeit nicht überlebt hätte, wenn nicht ihre Enkelin bei ihr gewesen wäre und Hilfe geholt hätte. Für die Zukunft hat sie vorgesorgt: „Ich habe jetzt ein Notfallset gegen Wespenstiche. Wobei ich sehr hoffe, dass ich es niemals benötige.“ Anton Maier

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