Rosenheim – Klimapolitik zur Chefsache machen und die Stadt bis 2030 klimaneutral gestalten – das ist, was Franz Opperer (54) anstrebt. Der Stadtrat der Grünen will im kommenden Frühjahr Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer (CSU) ablösen.
Franz Opperer hat große Ziele. Für sich selbst, aber auch für die Zukunft Rosenheims. Er will Oberbürgermeister werden und will Rosenheim zum Vorreiter beim kommunalen Klimaschutz machen. Den Zeitpunkt sieht er als günstig, grüne Politik sei im Aufwind. Die Ergebnisse der Europawahl belegten das. „Das Bewusstsein für den Umweltschutz ist bei der Bevölkerung angekommen“, ist er überzeugt.
Opperer will
Veränderung
Bevor Franz Opperer aber in den Wahlkampf starten kann, muss er bei der Aufstellungsversammlung der Stadt-Grünen am Montag, 1. Juli, seine Partei-Mitglieder davon überzeugen, ihn als OB-Kandidaten aufzustellen. Die Chancen stehen gut, Opperer ist optimistisch.
Sobald er offiziell als Kandidat feststeht, will er sich in seine neue Aufgabe stürzen. Sein Wahlprogramm steht, mehr will er noch nicht verraten. Fest steht für den 54-Jährigen, dass sich etwas ändern muss: „Rosenheim wird die selbstgesteckten Klimaziele krachend verfehlen.“ Er spricht unter anderem von dem Ziel, die Treibhausgasemissionen bis 2025 um 40 Prozent zu reduzieren. Opperer ist es leid, „darauf zu vertrauen, dass höhere Instanzen das Problem anpacken“. Also will er es selbst anpacken – so schnell wie möglich.
Doch wer ist eigentlich Franz Opperer? Er ist Beauftragter für Umweltbelange des Pfarrverbands am Wasen und Mitglied des Pfarrgemeinderates Heilig Blut. Er ist Familienmensch, Vater zweier Töchter, Künstler, Christ, Rosenheimer Urgestein. Er ist der Politiker mit der Baskenmütze. Die Rosenheimer kennen ihn, auch weil er seit über 20 Jahren gemeinsam mit seiner Frau eine Goldschmiede in der Innstraße führt.
Als Goldschmiedemeister bringt er, wie er über sich selbst sagt „ein Auge fürs Detail im Umgang mit wertvollen Materialien und einen weitsichtigen Blick für die Gestaltungsmöglichkeiten“ mit. Eigenschaften, die ihm auch in der Politik helfen. „Ich gehe als Handwerker und Künstler einfach anders an Probleme heran“, sagt er.
Zur Politik kam Opperer verhältnismäßig spät. Er ist ein Quereinsteiger, jemand der sich vieles selbst angeeignet hat. 2007 fasst er den Entschluss, politisch aktiv zu werden. Er geht zu den Grünen, drei Jahre später rutscht er als Stadtrat nach. „Das hat unheimlich viel bei mir ausgelöst“, erinnert er sich. Zum ersten Mal erlebt er hautnah, wie Politik gemacht wird. Es macht ihm Spaß, plötzlich kann er Einfluss auf Entscheidungen nehmen, die in der Stadt getroffen werden. Opperer ist in der Politik angekommen.
Nach und nach reift der Wunsch in ihm, sich für das Amt des Oberbürgermeisters zu bewerben. Angetrieben wird er von seinem Glauben. „Ich möchte die Schöpfung bewahren. Zu lange hat die Menschheit weit über ihre Verhältnisse gelebt und der Natur massive Schäden zugefügt. Dadurch ist unser aller Existenzgrundlage bedroht.“ Um dem gegenzusteuern, helfe nur eine bessere Politik.
Opperer sieht sich nicht als grüner Alibi-Kandidat. Er tritt an, um zu gewinnen. Politische Gegner habe er keine, nur politische Mitbewerber. „Jeder trägt etwas zum Wohl der Stadt bei“, sagt er.
Dass auch andere Parteien den Klimaschutz für sich entdeckt haben, findet er gut, zweifelt im gleichen Atemzug aber auch ihre Glaubwürdigkeit und Ehrlichkeit an.
Der Klimaschutz sei schon immer das Thema der Grünen gewesen – und soll es auch weiterhin bleiben. „Es ist an der Zeit, dass wir die Zukunft unserer Stadt gemeinsam anpacken, anstatt nur Probleme und Herausforderungen auszusitzen“, sagt er. Er will vieles ändern. Nicht nur in Sachen Umweltschutz.