Rosenheim – „Heiß ist es, aber schön“ – diesen Satz hörte man beim Stadtfest oft. Gut 800 Beteiligte vor und hinter den Kulissen verwandelten unter der Regie des City-Management und der Stadt Rosenheim die gesamte Innenstadt in eine Party- und Erlebnismeile. Ihren Höhepunkt fand die Stimmung am vergangenen Samstagabend. Da kamen die hochsommerlichen Temperaturen dann gerade recht, um bis Mitternacht ausgelassen zu feiern.
Nach dem gelungenen Auftakt am Freitagabend startete der Samstag ab 11 Uhr mit Spiel und Sport im Salingarten. Zum ersten Mal veranstaltete der Stadtjugendring dort sein Parkfest zeitgleich mit dem Stadtfest. „Durch diese Neuerung ergeben sich Synergie-Effekte, die gerade den vielen Vereinen zugutekommen, die sich bisher immer sowohl beim Stadtfest- als auch beim Parkfest engagiert haben“, erklärte dazu Sabrina Obermoser vom City-Management.
Erster Höhepunkt des Tages war dort die offizielle Eröffnung des „Zirkuswagen“ – das neueste Projekt des Stadtjugendrings, das künftig nach den Worten von Vorsitzendem Abuzar Erdogan dafür sorgen soll, die Grünflächen in der Stadt zu beleben: „Bei einer Jugendumfrage, die wir vor vielen Jahren durchgeführt haben, war das der am meisten geäußerte Wunsch“.
Leben für
die Grünflächen
Finanziert durch Sponsoren hat der Bau des Zirkuswagens rund 60000 Euro gekostet. Von Anfang an wurden Jugendliche in das Projekt miteinbezogen. Sie haben geplant und mitgebaut. „Ich mache mit, weil ich mich immer schon für Event-Management interessiert habe,“ so Isabell Hermann.
Die 19-Jährige sorgt ab jetzt zusammen mit zehn weiteren jungen Rosenheimern dafür, dass der Zirkuswagen möglichst vielen Jugendlichen zugutekommt. Für die kommenden Wochen und Monate gibt es schon einen festen Tourplan mit Sport, Spiel und Kultur.
Während Rosenheims Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer zusammen mit den Sponsoren das rote Band für den Zirkuswagen durchschnitt, wärmten sich die Cheerleaders der Rebel Rosenheim schon einmal für ihren großen Auftritt auf. „Uns gibt es noch nicht so lange und darum ist das Stadtfest eine gute Gelegenheit, auf uns aufmerksam zu machen“, erzählte die 21-jährige Theresa.
17 Mädels gehören derzeit dem Rosenheimer Cheerleader-Trupp an. 24 Mitglieder braucht es, um an einer Meisterschaft teilnehmen zu können. „Vielleicht finden wir auf dem Stadtfest ja noch ein paar Mädchen, die bei uns mitmachen wollen“, hoffte Theresa.
Auf dem Salinplatz fühlte man sich dem Gardasee ganz nah: Sängerin Giulia Battista erinnerte mit ihrer rauchigen Stimme an Gianna Nannini. Um das italienische Gefühl zu vervollständigen, verköstigten Winzer aus der Partnerstadt Lazise die Gäste kulinarisch.
„Gefragt sind angesichts der hohen Temperaturen vor allem leichte Weine“, berichtete ein Händler aus Lazise, der immer wieder gerne beim Rosenheimer Stadtfest dabei ist. Gute Stimmung herrschte auch am Esbaum. Besonders beliebt ist das Fest dort bei den Anwohnern dieses Stadtteils. „Hier bei uns ist es immer besonders gemütlich, Man trifft seine Nachbarn zum Ratschen. Das ist einfach schön“, schwärmte ein 74-Jähriger.
Beliebtes Fotomotiv waren die Stadtführer. Sie haben sich für das Stadtfest historisch gekleidet. Stadtführerin Susanna Rainer-Hennes verkörperte Magdalena Rieder und kam dabei ganz schön ins Schwitzen. „In diesen langen Kleidern und dicken Stoffen haben die Frauen damals sicherlich sehr gelitten“, meinte sie. Dennoch trug sie ihr original Kostüm, ausgeliehen von der Münchner Staatsoper“, mit Stolz und Freude: „Als geborene Rosenheimerin macht es mir großen Spaß, mich beim Stadtfest zu engagieren.“
Auch Ballettlehrer Roman Bartosch-Linke betrachtet es als Selbstverständlichkeit, beim Stadtfest mitzuwirken. „Dadurch bekommen Vereine und Schulen die Gelegenheit, sich einmal einem breiten Publikum auf großer Bühne zu präsentieren. Je später die Stunde, desto mehr füllten sich Plätze und Straßen. Am Abend verdichtete sich das Geschehen immer mehr Richtung Bühnen auf Max-Josefs-Platz, Ludwigsplatz und Salinplatz. Viele, die am Tag noch selbst in irgendeiner Form am Programm mitgewirkt haben, mischten sich dann unter das Volk.