Hürden auf dem Weg zur Barrierefreiheit

von Redaktion

Verkehrsausschuss diskutiert Lösungen für Innenstadt – Weitere Konzepte gewünscht

Rosenheim – Das Pflaster abschleifen oder doch lieber einen Weg aus glatten Platten verlegen? Wie es weitergeht mit der Herstellung der Barrierefreiheit auf dem Max-Josefs-Platz (wir berichteten), darüber haben sich jetzt die Mitglieder des Ausschusses für Verkehrsfragen und Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) des Stadtrats die Köpfe in ihrer jüngsten Sitzung zerbrochen.

Wie berichtet, hatte die Verwaltung in der Heilig-Geist-Straße auf Höhe der Bäckerei Bergmeister eine Fläche versuchsweise abschleifen lassen, um die Erfahrungen von Personen zu sammeln, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind. Darüber hinaus ließ sie das Pflaster rund um den Nepomukbrunnen testweise mit einer Epoxidharzmasse verfugen.

Fugen als Problem identifiziert

Horst Halser, ÖPD-Stadtrat und einer der Antragsteller, brachte anfangs seine Zufriedenheit zum Ausdruck, dass nun Bewegung in das Thema komme. Die Testfläche in der Heilig-Geist-Straße habe er zusammen mit Betroffenen geprüft und für gut befunden. „Aber ein Problem bleibt, das sind die Fugen“, ergänzte er. Diese müssten seiner Meinung nach besser ebenerdig gestaltet werden, damit man beispielsweise mit dem Rollator nicht hängen bleibt. Toll sei dagegen der Versuch mit der Epoxidharzmasse am Nepomukbrunnen. „Das wäre unsere Fläche“, so Halser.

Hans-Joachim Stein, Leiter des städtischen Tiefbauamts, musste die Erwartungen etwas dämpfen. Denn am Brunnen habe sich gezeigt, dass das Material unter der Last des Schwerlastverkehrs, der dort frühmorgens die Warenanlieferung der Läden übernimmt, relativ schnell ausbricht. Auch die Kehrmaschinen des Bauhofs würden die Masse schnell wieder aus den Fugen schleudern. „Wir prüfen deshalb noch, welches Material am besten geeignet ist“, so Stein.

Ein kehrfestes Material sei essentiell, brachte Franz Baumann (Freie Wähler/UP) zum Ausdruck. Zudem forderte er weitere Anschlussmöglichkeiten an die Hauptachsen, zum Beispiel zum Riedergarten und entlang der Hafnerstraße. Die Verwaltung hatte nur eine Hauptachse zwischen der Kreuzung mit der Rathausstraße und dem Mittertor samt Abzweigung zur Nikolauskirche und eine weitere entlang der Heilig-Geist-Straße vorgesehen.

„Wenn wir was machen, dann machen wir es g‘scheit“, versprach Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer. „Es macht keinen Sinn, wenn wir abschleifen und dann die Fugen als Problem weiter bestehen“, warnte SPD-Fraktionsvorsitzender Andreas Lakowski. Er brachte deshalb erneut die Verlegung glatter Platten als Drittlösung ins Spiel.

Hohe Kosten bei Plattenlösung

Tiefbauamtschef Stein gab zu bedenken, dass der Max-Josefs-Platz mittlerweile rund 35 Jahre alt und das Pflastersteinkonzept damals sehr sorgfältig und gewissenhaft geplant worden sei. Mit einem Plattenweg würde man den Verbund der Pflastersteine, der die gesamte Fußgängerzone umfasst, zerstören. Zudem werde diese Variante wohl erheblich teurer als das Abschleifen und Verfugen vom Bestand. Für diese „einfache“ Lösung liegen die Kosten nach Angaben der Stadt bei rund 150000 Euro für die Wege mit einer Breite von 2,50 Meter entlang der beiden Hauptachsen. „Dieser Kostenrahmen ist recht realistisch“, so Stein.

Weitere Vorschläge sollen folgen

„Wir brauchen ein Konzept, das überzeugt“, fasste schließlich Rosenheims Baudezernent Helmut Cybulska zusammen. „Wir denken nochmal neu“, schloss Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer die Diskussion ab und stellte damit weitere Lösungsansätze in Aussicht.

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