Rosenheim – Keine Mehrheit im Ausschuss für Verkehrsfragen und öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) des Stadtrats fand jetzt der Antrag der Grünen, die Stollstraße zwischen der Kreuzung mit der Heilig-Geist-Straße und der Einmündung Am Stadtbach entgegengesetzt zur Einbahnrichtung für den Radverkehr freizugeben. Es bleibt stattdessen dabei, dass Radfahrer auch künftig den – nach Ansicht von Stadtrat und Oberbürgermeisterkandidat Franz Opperer gefährlichen – Umweg über die Straße Am Stadtbach in Kauf nehmen müssen.
Gegen eine Freigabe spricht laut Verwaltung vor allem, dass zu wenig Platz vorhanden ist. Alle Stadt- und Regionalbusse in Richtung Salzstadel verlassen den Busbahnhof über die Stollstraße und brauchen dementsprechend viel Platz. Die Radfahrer in Fahrtrichtung gegen die Busse zu schicken, sei gefährlich. Zudem befinden sich auf Höhe vom Ärztehaus Stadtmitte Taxistandplätze.
Deren Standort sei zum einen aufgrund der Nähe zu den Praxen wichtig für die Patienten, zum anderen zum schnellen Erreichen der Fußgängerzone. Mit einer dauerhaften Verlagerung der Plätze in die Nikolaistraße wollte sich der Ausschuss überwiegend nicht anfreunden. Kurzzeitig waren diese wegen Bauarbeiten am Eckhaus Stollstraße/Heilig-Geist-Straße bereits einmal dorthin verlegt worden. Dies führte laut Rechtsdezernent Herbert Hoch aber zu etlichen Beschwerden von Fahrgästen und auch Taxiunternehmern. Stadtrat Opperer sah dies anders, denn mit der Erweiterung des Ärztehauses sei ein Hintereingang geschaffen worden, der mindestens genauso schnell von der Nikolaistraße aus erreichbar sei.
Andreas Lakowski (SPD) hielt die Initiative der Grünen zwar „grundsätzlich für wünschenswert“. Das Gefahrenpotenzial an der Kreuzung Stoll-/Heilig-Geist-Straße aufgrund entgegenkommender Busse hielt er aber für zu hoch. Hans-Peter Lossinger (CSU), selbst Busfahrer, pflichtete ihm bei. Lakowski regte zudem an, mit Piktogrammen vermehrt darauf aufmerksam zu machen. Der Antrag wurde abgelehnt, Opperer stimmte als Einziger dafür. Grundsätzlich ist das Freigeben von Einbahnstraßen entgegen der Fahrtrichtung für Radfahrer in Rosenheim an vielen Stellen bereits Usus – Tendenz steigend. Untersuchungen haben belegt, dass die Radfahrer diese Möglichkeiten durchgehend positiv und im bundesweiten Vergleich sogar überdurchschnittlich gut bewerten. Ein Vorteil ist die damit schnelle und flexible Erreichbarkeit von Zielen, die mit dem Pkw einen Umweg erfordern. aez