Rosenheim – Um Noten oder Durchschnitte ging es bei der Abiturfeier am Ignaz-Günther-Gymnasium eigentlich nur am Rande. Schulleiter Dieter Friedel gratulierte den 111 Absolventen aber doch zu dem erreichten Gesamtschnitt von 2,18, „dem besten, den je ein Jahrgang am Ignaz erreicht hat. Das habt ihr hervorragend gemacht und wir sind einfach stolz auf euch!“
Zahlreiche Abiturienten erhielten neben ihrem Abiturzeugnis Urkunden, Preise oder Ehrennadeln von Verbänden, Universitäten oder Firmen für besondere Leistungen oder für herausragendes soziales Engagement. Das Prädikat „bestes Gesamtergebnis der Schule“ teilen sich in diesem Jahr Johanna Neumeier und Katharina Reiser. Über ihr besonders herausragendes Abitur dürfen sich auch Marie v. Egloffstein, Magnus Jelinek, Lea Reischl, Simon Amberger, Michael Stefan und Stella Tutert freuen.
Augenmerk
auf den Details
In seiner Rede lenkte der Schulleiter das Augenmerk auf die Details. Ausgehend von dem Kindervers „Punkt, Punkt, Komma, Strich…“ machte er darauf aufmerksam, dass es die unzähligen kleinen Erlebnisse und Erfahrungen im Laufe eines Schullebens seien, die in den Köpfen der Abiturienten das Bild von ihrer Schule geprägt hätten: aufregende Momente, ein gutes Wort zur rechten Zeit, ein Lächeln, der Solo-Auftritt im Kuko oder der Kasten in der Sporthalle, der an diesem Tag zu hoch war – und die folgende Betreuung durch die Ignaz-Sanitäter. Das Abitur sei nur noch das letzte Detail, das der Schulzeit hinzugefügt werde.
Dass viele Ignaz-Absolventen ein eher positives Bild von ihrer Schule mitnehmen, konnte man der Rede der Abiturienten Nathalie Stenger und Linus Land entnehmen. Dass ausgerechnet er, so erklärte Linus, mit seinem „Autoritätsproblem“ jetzt als Abiturient auf der Bühne stünde, spräche schon sehr für das Ignaz: Man lege hier Wert darauf, dass jeder sich eine eigene Meinung bilden und seine Talente zur Entfaltung bringen könne. Nathalie blickte durch die Reihen der auf der Bühne sitzenden Abiturienten und erkannte bereits angehende Künstler, Profisportler, Wissenschaftler oder gar Lehrer.
Die „konstruktive Kritik“ der beiden Redner an ihrer Schule fiel eher harmlos aus – sie beschränkte sich auf nicht funktionierende Technik in den Klassenzimmern oder manchmal fehlende Papiertücher auf den WCs. Als positiv hoben sie besonders den menschlichen Umgang an der Schule hervor, und dafür bedankten sie sich bei den Lehrkräften, dem Schulleiter und bei Friederike von Koskull, die den Jahrgang als Oberstufenkoordinatorin bis zum Abitur begleitet hatte.
Thomas Tramp, der die Abiturienten als Vertreter der Eltern beglückwünschte, hatte einen Stoffpinguin dabei: So ein Pinguin mit seinen viel zu kurzen Flügeln und seinen fehlenden Knien wirke an Land wie eine Fehlkonstruktion. Sobald er jedoch ins Wasser springe, sei er an Schnelligkeit und Eleganz nicht zu übertreffen. Im Wasser sei der Pinguin in seinem Element. Der Elternbeiratsvorsitzende wünschte den Absolventen, dass jeder von ihnen im Leben das für ihn geeignete Element finde: „Such dir dein Wasser, spring und schwimm!“
Von Mozart
bis ABBA
Für die musikalische Umrahmung der Feier hatten die Abiturienten gemeinsam mit Musiklehrer Stephan Robens gesorgt: Käthe Derwanz, Elisabeth Kreidt und Sophia Hörberg versetzten die Ignaz-Aula mit dem Divertimento C-Dur für zwei Oboen und Englischhorn von Mozart in Stimmung.
Johanna Neumeier und Tara Einödshofer, unterstützt von Nico Seibt am Klavier, berührten das Publikum mit dem ABBA-Song „Our Last Summer“. Lukas Helmle, der von Antonia Gärtner am Klavier begleitet wurde, zeigte mit Gershwins „Someone to watch over me“ sein Können an der Trompete, und Joseph Morgott brillierte am Xylofon mit „Bravo Choro“ von Dobri Paliev. Am Schluss stimmten Stefanie Sattlberger und Nathalie Stenger gemeinsam mit allen Abiturienten einen Song der Gruppe Revolverheld an: „Das kann uns keiner nehmen!“