Pächter in Not: „Fischküche“ geschlossen

von Redaktion

Ehepaar Haldek verliert Konzession für Traditionsgaststätte – Probleme mit Ämtern

Rosenheim – Die „Fischküche“ in Rosenheim ist geschlossen. Über die Hintergründe der Schließung gibt es zahlreiche Gerüchte. Doch eines ist laut Marisa Steegmüller von der Brauerei „Flötzinger“ sicher: Die Fischküche wird wieder aufsperren. Und, wenn es nach der Brauerei geht, am liebsten mit dem Ehepaar Haldek, das die Gaststätte seit 2013 als Pächter betreibt.

Über Jahre hinweg war die „Fischküche“ Anlaufstelle für viele, die in gemütlicher Atmosphäre zusammensitzen wollten. Umso größer das Erstaunen aller, die plötzlich vor verschlossener Tür stehen.

Bereits zum 30. Juni hat das Ehepaar Haldek die Wirtschaft in der Rosenheimer Innenstadt zugesperrt. An der Eingangstür hängt ein Schild mit dem Hinweis „Wegen Wasserschaden geschlossen“. Doch es sind nicht irgendwelche Probleme mit Wasser, die zum Aus geführt haben. Vielmehr, so ist zu hören, hätten die Haldeks Ärger mit Ämtern und Behörden. Das Ehepaar selbst war gestern nicht zu erreichen. In der Wirtschaft läuft ein Band. Der Anrufer hört, dass der Betrieb aufgrund des Wasserschadens nicht möglich sei. Die Stadt Rosenheim, die über ihr Ordnungsamt Auskunft geben könnte über mögliche Unregelmäßigkeiten, teilt mit: „Aus Gründen des personenbezogenen Datenschutzes kann die Stadt Rosenheim die bisher öffentlich gewordenen Vermutungen um die „Fischküche“ weder bestätigen noch dementieren.“

Doch Marisa Steegmüller, Geschäftsführende Gesellschafterin der „Flötzinger“-Brauerei, bestätigt die Schließung aufgrund des Konzessionsentzuges. Das Ehepaar habe „verwaltungstechnische Dinge“ versäumt. Müsste nun nacharbeiten und eine Einigung herbeiführen mit der Stadt und dem Ordnungsamt. Mitnichten seien etwa hygienische Mängel schuld, sagt Steegmüller. Und weist damit auch explizit Vorwürfe zurück, der Gaststätte habe es schon lange an sauberen WC-Anlagen gemangelt. Im ersten Stock des Hauses gebe es „wunderwunderschöne Herren- und Damen-Toiletten“. Und die Einrichtungen im Erdgeschoss seien einfach „urig“ gemacht, aber stets sauber.

Dass es jetzt Probleme gibt, hat die Brauerei selbst offensichtlich vollkommen überrascht. „Vielleicht hätten wir eingreifen und helfen können, wenn wir es gewusst hätten“, sagt Marisa Steegmüller. Nun aber gehe es vor allem darum, die Pächter zu unterstützen – die das Rosenheimer Unikat in den vergangenen sechs Jahren mit viel Liebe und Engagement geführt hätten. Das sei doch eine Frage der Menschlichkeit. „Derzeit kämpfen sie um ihre Existenz und wir hoffen, dass die Dinge geklärt werden können“, sagt Marisa Steegmüller. Und was, wenn nicht?

Sollte den Haldeks keine Einigung mit Stadt und Ordnungsamt gelingen, dann will „Flötzinger“ nach einem neuen Pächter Ausschau halten. Aber nur dann, wie Marisa Steegmüller betont. Denn für die Rosenheimer Brauerei steht fest: Die „Fischküche“ ist eine Traditionsgaststätte, die es auch weiterhin in Rosenheim geben soll. Ein fixes Datum für die Wiederöffnung gibt es allerdings nicht.

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