Junge Kunst im Abbruchhaus

von Redaktion

Heute beginnt das „Künstler-Mixtape“: Bis Sonntag stellen Kreative ihre Arbeiten aus

Pause im „pinken Wohnzimmer“: Luca Thiel, Gründer und Organisator der Veranstaltung „Künstler-Mixtape“.

Rosenheim – Beim „KünstlerMixtape“ in Rosenheim zeigen junge Musiker, Maler, Poeten und Schauspieler ihr Talent. Der 21-jährige Luca Thiel aus Rosenheim ist Gründer und Organisator der Veranstaltung, die am heutigen Freitag beginnt und bis Sonntag dauert.

Ein großer schwarzer Kaffee soll ihn durch den Tag bringen. Das Treffen mit den Technikern, die Putzaktion am Nachmittag – Luca Thiel hat im Vorfeld einiges zu tun. „Da gehört schon viel dazu“, sagt er. Das „Künstler-Mixtape“ ist eine Kunstausstellung, die jetzt zum dritten Mal in Rosenheim stattfindet. 60 Künstler aus der Region stellen ihre Werke aus. Als Ausstellungsort dient das vierstöckige Huber-Seiler-Haus an der Kaiserstraße. Die Vernissage heute Abend wird von einem Programm aus Livemusik, Literaturvorträgen und einer Theateraufführung bestimmt.

Eine Plattform für

alle Stilrichtungen

„Das ,Künstler-Mixtape‘ soll eine Plattform sein, auf der Künstler zeigen, was sie schaffen können“, sagt Luca Thiel. Dank der Verknüpfung verschiedener Kunstrichtungen entstehe ein ganz individuelles Programm. Jeder Besucher soll etwas finden, das ihn interessiert. Außerdem können sich Künstler verschiedenen Alters und unterschiedlicher Stilrichtungen untereinander kennenlernen und Kontakte knüpfen zum Publikum. Auf diese Weise können die Künstler im Idealfall eines ihrer Werke verkaufen. Bezahlt werden sie für die Ausstellung nämlich nicht, meldet der Veranstalter. Den Gewinn, den Thiel dank der fünf Euro Eintritt pro Person macht, investiere er in die nächste Veranstaltung, sagt er.

Der 21-Jährige ist selbst künstlerisch begabt. Er malt, rappt, schreibt Texte und zeigt seine Werke ebenfalls beim „Künstler-Mixtape“. Den Traum, Kunst auszustellen, hat Luca Thiel, seit er im vergangenen Jahr sein Abitur gemacht hat. Die Kunstwerke eines Freundes begeisterten ihn damals so sehr, dass er sich dachte: „Ich will sie in meinem eigenen Museum haben.“ Im Herbst, ein paar Monate später, fasste er deshalb den Entschluss, seien Traum zu verwirklichen. „Ich habe mich abends hingesetzt und angefangen, einen Plan zu schreiben.“ Statt des Museums ist eine temporäre Ausstellung entstanden, das „Künstler-Mixtape“. Er fragte in seinem Freundeskreis herum, wer bereit wäre, mitzumachen und legte kurz darauf schon den Termin für eine Ausstellung im Dezember fest. „Ich wusste, wenn ich eine Idee habe, muss ich die noch im gleichen Jahr umsetzen. Sonst kommt ein neues Jahr mit neuen Träumen“, erzählt Luca Thiel. Inzwischen organisiert er die Veranstaltung zum dritten Mal.

Zur ersten Veranstaltung waren vor allem Freunde und Bekannte der Künstler und von Luca Thiel selbst gekommen. „Das war wie ein großes Klassentreffen“, sagt er. Mittlerweile hat sich das Projekt in der Kulturszene herumgesprochen. Der Kulturförderverein Prien, der Kunstverein und die städtische Galerie Rosenheim unterstützen das Projekt des 21-Jährigen. „Ich hätte nicht gedacht, dass das mal so groß wird“, stellt er fest. Auch unter den Künstlern werde die Veranstaltung immer bekannter – nicht nur im Landkreis Rosenheim, sondern auch in München und Österreich gebe es mittlerweile Interessenten. „Inzwischen ist die größte Herausforderung, den Künstlern schonend beizubringen, dass sie nicht ausstellen können“, sagt Thiel.

Beim Patentamt

Namen angemeldet

Vor Kurzem hat er ein Gewerbe angemeldet und den Namen seines Projekts beim Patentamt angemeldet. Aus seinem „Künstler-Mixtape“ will Luca Thiel eine wirklich renommierte Ausstellung machen. „Ich habe große Pläne für das ,Künstler-Mixtape‘.“

Im Oktober fängt er an, in Görlitz Kultur und Management zu studieren, und will auch in der neuen Umgebung das „Künstler-Mixtape“ etablieren. Außerdem träumt er von internationalen Kunstfestivals und einer eigenen Galerie in Amerika. Er gibt zu, dass seine Ziele durchaus hochgesteckt sind. „Man braucht aber eine gewisse Naivität. Leute haben schon Verrückteres in kürzerer Zeit geschafft.“ Wie es aussieht, ist er auf einem guten Weg.

Das Programm

Freitag, 19. Juli: 18 Uhr: Eröffnung, 18.45 Uhr: Livemusik mit Sängerin Megan Ashworth, 20 Uhr: Livemusik mit Jazzband, 21.20 Uhr: Kunstauktion, 21.45 Uhr: Literaturvorträge, 22.30 Uhr: Modenschau, 23.45 Uhr: Ende.
Samstag, 20. Juli:
18 Uhr: Eröffnung, 18.45 Uhr: Theateraufführung, 20 Uhr: Livemusik mit Indie-Folk von Quango, 21.20 Uhr: Kunstauktion, 21.45 Uhr: Livemusik mit thepassingboy, Sänger und Songwriter, 23.45 Uhr: Ende.
Sonntag, 21. Juli: 12 bis 16 Uhr: Kunstrundgang möglich.fka

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