Sommerfestival: Mit Maisstärke gegen das „größte Umweltgift überhaupt“

von Redaktion

Eventmanager und Gastronom Horst Gallenmüller betreut die Veranstaltung und nutzt seit drei Jahren kompostierbare Becher

Rosenheim – In der Diskussion um den Abfall beim Rosenheimer Sommerfestival hat sich jetzt auch Horst Gallenmüller zu Wort gemeldet. Mit seinem Raublinger Unternehmen „Marysolmusic“ war er zuständig für die Versorgung der Festivalbesucher mit Getränken.

Wie viele Becher bei der zehntägigen Veranstaltung im Mangfallpark Süd über den Tresen gegangen sind, kann Gallenmüller nicht sagen. Einige Tausend seien es sicher gewesen, sagt er. Auch über den Rücklauf der mit Pfand belegten Becher liegen ihm keine Zahlen vor. Eines aber kann Gallenmüller ganz genau sagen: Die verwendeten Becher sind aus Maisstärke hergestellt und kompostierbar. Man dürfe sie nicht mit heißen Getränken füllen und auch nicht über 35 Grad lagern, da sie sich bei einer Temperatur ab 38 Grad zersetzten, sagt er. In der Folge mussten die Becher beim Sommerfestival in einem Bierkühlwagen aufbewahrt werden. Gallenmüller weiß, dass das nicht die beste Lösung ist, aber ein Mehrwegplastikbecher ist seinen Augen „das größte Umweltgift überhaupt“. Am Ende des Festivals konnte Gallenmüller die Becher an eine Spezialfirma zurückgeben. Was die mit ihnen macht, weiß er nicht genau: „Es heißt, sie werden kompostiert“, sagt er.

Die Trinkbecher aus Maisstärke nutzt er nach eigener Aussage seit drei Jahren für die Gastronomie beim Sommerfestival. Eine Entscheidung, die er damals ganz persönlich getroffen habe. Aus der Überzeugung: „Das ganze Plastik muss weg.“ Dies gilt nach seiner Überzeugung auch für das Geschirr, das bei der Essensausgabe an den verschiedenen Ständen zum Einsatz gekommen war. Dass dort aber ganz unterschiedliche Teller, Gabeln und Messer zum Einsatz gekommen seien, hat Gallenmüller bemerkt.

Wie berichtet, hatten Besucher des Festivals beklagt, dass zu viel Müll entstanden sei, insbesondere aufgrund von weggeworfenen Plastikbecher. Die Stadt Rosenheim hat die Veranstaltung mit der Auflage belegt: „Es dürfen für Getränke nur bruchfeste Becher und für Speisen nur bruchfestes Mehrweggeschirr oder Papier/Pappe verwendet werden. Ausnahmen nur mit Genehmigung der LGS-GmbH.“ Die LGS-GmbH, die „Landesgartenschau GmbH“, ist eine 100-prozentige Tochter der Stadt und veranstaltet das Festival im Mangfallpark Süd seit neun Jahren mit großem Erfolg im Mangfallpark Süd.

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