Rosenheim – Die Stadt Rosenheim erhöht die Sportförderung für Jugendliche. Sie will damit die Arbeit derer Wert schätzen, die sich um die Kinder im Sport bemühen. Im jüngsten Schulausschuss mündete die Debatte in eine Diskussion über die finanzielle Lage der Stadt.
Ziel der Erhöhung sei es, die Jugendarbeit der Vereine künftig „noch intensiver“ zu fördern, teilt die Verwaltung mit. Um das zu erreichen, wird der Mitgliedshöchstbetrag von 14 Euro auf 16 Euro erhöht. Zudem ändert sich der Verteilungsschlüssel. Er steigt für Kinder und Jugendliche von zehn auf 15 Punkte. Wobei ein Punkt 2,058 Euro Wert ist. So ergeben sich in diesem Jahr insgesamt 30,87 Euro pro jungem Mitglied. Vor der Erhöhung waren es 20,58 Euro. Erwachsene werden mit einem Punkt berechnet, also mit 2,058 Euro. Der Betrag pro Punkt variiert von Jahr zu Jahr, auch wenn der Gesamtförderbetrag gleich bleibt. Das liegt daran, dass in den Vereinen die Zahl der Mitglieder ebenso schwankt wie die Altersstruktur.
Die Stadt ergänzt mit damit ihre Entscheidung vom März dieses Jahres. Damals hatten die Stadträte beschlossen, die Grundförderung für die 64 Vereine zu erhöhen, von 195900 Euro auf 229100 Euro.
Mit der jüngsten Entscheidung nicht einverstanden ist Georg Kaffl, Stadtrat der CSU. Es werde viel zu viel Geld ausgegeben für eine freiwillige Leistung. In einer Situation, in der die Stadt, angesichts hoher Schulden, ihr Geld zusammen halten sollte. „Wer soll das bezahlen“, fragte Kaffl. Und gab sich selbst eine Antwort mit dem Verweis auf „die nächste Generation“. Gerade die aber gelte es doch zu fördern, widersprach ihm SPD-Stadträtin Gabi Leicht. Das Geld werde in die richtigen Hände gelegt, müsste ansonsten in Maßnahmen investiert werden, um die jungen Leute „von der Straße wegzubringen“. Auch Grünen-Stadträtin Judith Kley-Stephan sieht insbesondere im Sport die Chance, „Kinder zu integrieren und zu fördern, die sonst nicht so viele Chancen haben“.
Mit seiner Einschätzung stand Georg Kaffl schließlich allein im Ausschuss. Auch im Stadtrat stimmte er als einziger gegen die Erhöhung der Sportförderung.
Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer (CSU) betonte in beiden Gremien, wie wichtig die Vereinsarbeit für Kinder und Jugendliche sei. Vieles funktioniere bereits über Spenden und Stiftungen und belaste den städtischen Haushalt nicht. Die finanzielle Lage der Stadt sieht Bauer deutlich entspannter als Kaffl, „die Stadt liege „im Mittelfeld“. Es habe gute und schlechte Jahre gegeben. Man baue Schulden ab, müsse aber die Finanzen durchaus im Blick haben. Nicht zu vergessen sei, dass die Bildung und Förderung von Kindern auch „eine gewisse Verpflichtung“ bedeute, der die Stadt nachzukommen habe.
Auch Andreas März, CSU-Stadtrat und Oberbürgermeisterkandidat, widersprach Kaffl: Der Haushalt sei ausgeglichen, die Stadt in der Lage, die freiwilligen Leistungen zu finanzieren. März regt an, diese Zahlungen mehr „nach außen zu vermarkten“, da sie „zum Zusammenhalt in der Stadt beitragen“. Was passiere in Sport und Kultur spiegle „die Seele einer Stadt wider“.