Rosenheim – Eigentlich sollte die Verkehrssituation entlang der Aisinger Straße vor allem für den Fahrradverkehr wesentlich verbessert werden. Doch dazu wären teilweise massive Eingriffe in die Privatgrundstücke notwendig. Das erklärte der städtische Verkehrsplaner Jürgen Stintzing jetzt im Ausschuss für Verkehrsfragen und öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) des Stadtrats.
Er hatte die rund zwei Kilometer lange Strecke zwischen dem Kreisverkehr und der Kreuzung mit der Miesbacher Straße (Nähe „Panorama-Kreuzung“) in vier Abschnitte geteilt, „Aising Dorf“, „Aising Ost“, „Freie Strecke“ und „Heilig Blut“.
In jedem dieser Teile stellt sich die Situation anders dar. So schwankt die Straßenbreite zwischen zehn und zwölf Metern, mal gibt es Schutzstreifen für Radfahrer, mal gibt es einen kombinierten Geh- und Radweg, mal nur eine Trennung der Radler durch eine Regenrinne vom Auto- und Schwerlastverkehr.
Untersucht hatte die Verwaltung deshalb jetzt zwei Ausbauvarianten mit einem Querschnitt, der den Anforderungen im bundesweiten Regelwerk entspricht. Der erste Vorschlag umfasste einen Ausbau mit Radfahrstreifen oder Radwegen, der zweite mit Schutzstreifen und einer reduzierten Gehwegbreite. Doch die Stadt sah wenig bis keine Chancen, diese Pläne umsetzen zu können, da sie dafür viel Grund von den Anliegern bräuchte. Lediglich für den Bereich „Freie Strecke“ – dieser umfasst den Abschnitt zwischen den Ortseingängen von Aising und Heilig Blut – stehen die Chancen gut, da es hier mehr Platz gibt.
SPD-Stadtrat Andreas Lakowski wollte sich nicht so schnell mit den Vorschlägen der Verwaltung zufrieden geben. „Ich bin der Meinung, es sollte auch hier möglich sein, eine Lösung zu finden“, wies er darauf hin, dass vor allem der Abschnitt „Aising Dorf“ zwischen Kreisverkehr und Kirche problematisch sei. Er sehe nicht, dass Grundstückskäufe hier unmöglich seien, so der SPD-Stadtrat.
Schutzstreifen
im Dorfbereich?
Franz Baumann hakte nach, warum es nicht möglich sei, auch stadtauswärts im Dorfbereich einen Schutzstreifen für Radfahrer anzubringen. „Die Mindestmaße sind klar vorgegeben und reichen hier nicht aus“, entgegnete Stintzing.
Franz Opperer, Stadtrat der Grünen, forderte darüber hinaus, den Bewuchs an den Bestandsradwegen vernünftig zu pflegen und gegebenenfalls zurückzuschneiden. Tiefbauamtschef Hans-Joachim Stein kündigte an, das Thema Wegeunterhalt mit in die Thematik aufzunehmen. Mit Andreas Lakowski fand sich schließlich nur ein Befürworter, der Antrag wurde damit abgelehnt.