Eskalation im Kolbermoorer Rathaus

von Redaktion

Krematorium: Gegner verlassen ein Infogespräch mit Bürgermeister vorzeitig

Kolbermoor –„Wir lassen uns nicht in die rechte Ecke stellen“, sagte Robert König gestern zum Mangfall-Boten. Diese Aussage traf der Sprecher der Bürgerinitiave (BI) „Gegen den Bau eines Krematoriums“ nach einem gescheiterten Treffen mit Bürgermeister Peter Kloo (SPD) gestern im Rathaus. Dorthin hatte das Stadtoberhaupt die BI eingeladen, um die weitere Vorgehensweise und offene Fragen zu besprechen – aber soweit kam es nicht. Es hakte an einer Entschuldigung. Bei dem Gespräch waren Albert Paukert (Ordnungsamt), Elisabeth Kalenberg (Geschäftsführende Beamtin), Bürgermeister Peter Kloo und Christian Poitsch vom Stadtmarketing dabei.

Entschuldigung eingefordert

Und um Letzteren ging es: Er hatte bei der Infoveranstaltung zum Krematorium Ende Juni die Moderation inne. Bei heftigen Debatten sagte er damals, „dass die Diskussionskultur nicht verrohen dürfe“. Man sehe ja wohin das im Fall Lübcke geführt habe. Aufgrund dieser Aussage forderten die Sprecher der BI, König und Klaus Zirngast, beim gestrigen Treffen eine Entschuldigung von Poitsch – andernfalls würden sie sofort das Rathaus verlassen. Eine Entschuldigung erfolgte nicht – dafür aber seitens des BI-Sprechers Robert König „üble Beschimpfungen“, so Kloo.

„Es war sehr autokratisch“

Er versuchte nach eigenen Aussagen das „sehr aggressive Gespräch“ auf eine „sachliche Ebene zurückzuführen“ – was nicht gelang. Kloo: „Herr Poitsch kann sich nicht für etwas entschuldigen, dass er nicht gesagt hat.“ Laut König habe auch Zirngast versucht, auf eine „sachliche Ebene“ zurückzukehren, aber vergebens. „Es war sehr autokratisch. Von vornherein herrisch“, sagt König. Wie geht es weiter? An der von der Stadt initiierten Podiumsveranstaltung am 17. September will die BI laut König nicht teilnehmen. Die Krematoriums-Gegner planen eine eigene Veranstaltung am 13. September.

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