Verdient in Beruf und Ehrenamt

von Redaktion

Georg Engelsberger, Träger der Bürgermedaille, ist im Alter von 95 Jahren gestorben

Rosenheim – Wenige Wochen vor seinem 96. Geburtstag ist Georg Engelsberger gestorben. Vielen Rosenheimern war er als Geschäftsführer der Allgemeinen Ortskrankenkasse (AOK) ein Begriff. Außerdem war er Vorsitzender des Rosenheimer Seniorenbeirats und Träger der Bürgermedaille der Stadt Rosenheim.

Zahlreiche Trauergäste haben dem Verstorbenen ihre letzte Ehre erwiesen bei einem Trauergottesdienst in der Stadtpfarrkirche St. Nikolaus und der anschließenden Beerdigung am städtischen Friedhof Rosenheim.

Sohn einer

Eisenbahnerfamilie

Georg Engelsberger war am 24. August 1923 in Rosenheim auf die Welt gekommen und als Sohn einer Eisenbahnerfamilie in Rosenheim aufgewachsen. Er war verheiratet mit Lydia Schlosser, die bereits 1990 gestorben ist. Das Paar hat eine Tochter.

Im Zweiten Weltkrieg musste Engelsberger zum Wehrdienst. Als Soldat war er bei den Spielhahnjägern und wurde in Stalingrad schwer verwundet.

Nach Rückkehr und Genesung setzte er zu Hause die berufliche Aus- und Weiterbildung bei der AOK Rosenheim fort und beendete seine Karriere als Geschäftsführer der AOK. Neben seiner Berufstätigkeit galt er zudem auf Bundes- und Landesebene bei Belangen im Krankenkassenwesen als geschätzter Gesprächspartner. Schon während dieser Zeit brachte er sich, von 1963 bis 2012, ehrenamtlich bei der „Baugenossenschaft in Rosenheim und Umgebung e.G.“ ein, als Aufsichtsratsmitglied, Vorstandsmitglied und zuletzt als Aufsichtsratsvorsitzender.

In seinem Ruhestand engagierte Engelsberger sich beim Sozialverband VdK und setzte sich als Vorsitzender im Seniorenbeirat der Stadt Rosenheim für die Belange der älteren Menschen ein. Für sein vorbildliches und außerordentliches Engagement erhielt er 1998 das „Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten für im Ehrenamt tätige Frauen und Männer“. In ihrer Trauerrede brachte Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer Dank und Anerkennung für die „herausragenden Leistungen“ des Verstorbenen zum Ausdruck. Mit Georg Engelsberger verliere die Stadt „einen außerordentlich geschätzten und beliebten Mitbürger“, der sich unermüdlich in zahlreichen Ehrenämtern eingesetzt habe. Dafür erhielt er 2002 die Bürgermedaille der Stadt Rosenheim.

Direktor Gerhard Schöndorfer von der AOK-Direktion würdigte den ehemaligen Geschäftsführer, der von 1939 bis 1988 bei der AOK Rosenheim beschäftigt war, für seine „loyale Verbundenheit, das große soziale Verständnis und die entscheidenden Impulse, die er für die Entwicklung der AOK zu einem modernen Dienstleistungsunternehmen forciert“ habe.

Höchste Verdienste

um Wohnungsbau

Der Aufsichtsratsvorsitzende Herbert Borrmann wies auf die „langjährige erfolgreiche Arbeit“ Engelsberger und auf dessen „Verdienste um die regionale genossenschaftliche Wohnungswirtschaft“ hin. Dank seines ehrenamtlichen Wirkens habe er wesentlichen Anteil gehabt an der Fortentwicklung der seit 1908 bestehenden „Wohnungsbaugenossenschaft Rosenheim und Umgebung eG“ im Ortsteil Küpferling. Für diese Leistung zeichnete ihn der Verband bayerischer Wohnungsunternehmen im Jahr 1998 mit der größten Anerkennung aus: dem „Ehrenbrief des Verbandes bayerischer Wohnungsunternehmen“.

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