Zustand: kritisch

von Redaktion

Kaltenbrücke und Mühlbachbrücke sind marode und müssen abgerissen werden

Rosenheim – Die Kaltenbrücke in der Mangfallstraße und die Mühlbachbrücke in der Bismarckstraße sind so stark marode, dass sie abgerissen und neu gebaut werden müssen. Das haben Untersuchungen der Bauwerke in Rosenheim ergeben. Handlungsbedarf ist dringend notwendig.

Im März 2020 startet das neue Baustellenjahr für die Stadt Rosenheim. Wenn zunächst die Arbeiten in der Ebersberger Straße und Kaiserstraße sowie in der Ellmaier- und Frühlingstraße beginnen, dann soll auch die Kaltenbrücke in der Mangfallstraße abgerissen werden. Im Jahr 1957 gebaut, weist sie massive Schäden an der Bauwerksuntersicht auf, meldet die Stadt. In der Folge ist nicht nur die Verkehrssicherheit beeinträchtigt. Es ist auch fraglich, wie lange die Brücke noch stehen kann.

Beton bröckelt,

Geländer rosten

Fachleute haben bei der jüngsten Untersuchung des Bauwerks festgestellt, dass der Überbau an den Widerlagern korrodiert und an einigen Stellen bereits abplatzt. Die Bewehrung rostet, an den Kappen platzt der Beton ab. Außerdem sind die Geländer massiv verrostet, so sehr, dass sie nicht in der Lage sind, Schutz zu bieten im Falle eines Unfalls. Insgesamt, so hat die Prüfung ergeben, befindet sich die Brücke in einem „kritischen Zustand“. Auch die beidseitigen Gehwege entsprechen nicht mehr den Anforderungen: Mit je 85 Zentimeter Breite sind sie zu schmal.

In der Summe ist die Brücke nicht mehr zu retten. Sie zu sanieren ist finanziell nicht rentabel. Daher haben sich die Rosenheimer Stadträte dem Vorschlag der Verwaltung angeschlossen: Es wird neu gebaut. Noch in diesem Jahr sollen die Arbeiten öffentlich und national ausgeschrieben werden.

Die Planung sieht eine Fahrbahnbreite von sieben Metern vor, dazu auf beiden Seiten je einen Gehweg mit einer Breite von 2,50 Metern. Einige Stadträte gaben den Planern weitere Anregungen mit auf den Weg: So fordert der CSU-Fraktionsvorsitzende Herbert Borrmann, „die rund 50 Meter bis zur Aisinger Straße“ in die Planungen einzubeziehen. Und daran zu denken, dass zwischen dem Abriss und dem Neubau der Brücke wohl ein halbes Jahr vergehen wird. In dieser Zeit sei eine Umfahrung über die Aisinger Straße notwendig. Franz Opperer, Stadtrat und Oberbürgermeisterkandidat der Grünen, mahnte, bei der Planung das Thema Radwege nicht zu vergessen.

Die Kosten für den Neubau, inklusive des Abbruchs und diverser Nebenkosten, betragen eine Million Euro. Den Zuschlag für die Arbeiten bekommt das wirtschaftlichste Angebot.

Schlecht bestellt ist es gleichermaßen um die Mühlbachbrücke in der Bismarckstraße, direkt vor dem Amtsgericht. Auch ihr Zustand ist „kritisch“, hat die jüngste Prüfung im Herbst 2018 ergeben. Handlungsbedarf ist ebenfalls gegeben. Dabei ist die im Jahr 1979 errichtete Mühlbachbrücke 22 Jahre jünger als die Kaltenbrücke.

Alte Pfähle tragen

neues Bauwerk

In Stahlbauweise errichtet, gilt sie als „Sonderfall“ aufgrund ihrer Konstruktion. Denn der Brückenüberbau wurde in drei Plattenstreifen unterteilt, in eine Fahrbahnplatte, einen Gehweg links und einen Gehweg rechts. Die beiden Gehwegplatten liegen auf Mauern der Uferwand des Mühlbachs, während die Fahrbahnplatte auf zwei Kopfbalken liegt. Diese Kopfbalken leiten die Lasten des Bauwerks über Stahlbeton-Borpfähle in den Baugrund. Die bestehenden Pfähle sollen beim Neubau wiederverwendet werden, meldet die Stadt. Ergänzt werden sie um vier weitere Pfähle, sie sollen die Lasten der Gehwege tragen und in den Baugrund ableiten. Die Kosten für dieses Bauvorhaben beziffert die Stadt mit etwa 570000 Euro. Im Vergleich dazu: Die Sanierung hätte nach ersten Berechnungen rund 545000 Euro gekostet.

Auch für diese Brücke werden die Arbeiten öffentlich und national ausgeschrieben. Zuschlag bekommt auch hier das wirtschaftlichste Angebot. Wann die Mühlbachbrücke abgerissen wird, ist offen.

Offen ist auch, wie es mit dem Brückenberg weitergeht. Auch dort ist das Bauwerk marode, hatte eine Untersuchung im vergangenen Jahr ergeben. Ein Neubau stand zur Diskussion, sollte geprüft werden.

Artikel 7 von 11