Rosenheim – Sie kommen aus Kirchbichl, aus Kufstein oder aus Bozen: Busse mit Menschen, die das Rosenheimer Herbstfest besuchen wollen. Eine schöne Sache. Das Problem allerdings: Wohin mit den großen Gefährten, während die Fahrer zumeist stundenlang auf die Rückkehr der Busreisenden warten? Die Lösung hat nun offensichtlich ein Vorschlag der städtischen Straßenverkehrsbehörde, der Polizeiinspektion Rosenheim und des Wirtschaftlichen Verbandes gebracht.
Für die Schausteller auf der Wiesn sind die Gäste von auswärts wichtige Einnahmequelle. Es spült Geld in die Kassen der Fahrgeschäfte, Buden und Festzelte, wenn Besucher aus Österreich oder Südtirol nach Rosenheim kommen. Doch dass die Reisebusse viel Raum und Platz im Stadtverkehr brauchen, ist die andere Seite der Medaille. Denn nachdem die Menschen ausgestiegen sind, müssen die Fahrer einen Parkplatz finden, auf dem sie häufig bis abends ausharren können, um dann die Wiesn-Besucher wieder einsteigen zu lassen und sie nach Hause zu fahren.
Beliebter Haltepunkt bisher etwa war die Ebersberger Straße auf Höhe des Karolinen-Gymnasiums. Hier konnten die Besucher auf kürzestem Weg zur Wiesn und wieder zurück laufen. Doch nun ist entlang der Straße ein Radweg angelegt – und damit die Haltezone verschwunden. Eine glückliche Fügung eigentlich, denn in diesem Jahr überschneidet sich die zweite Wiesn-Woche zum ersten Mal mit der ersten Schulwoche nach den Sommerferien. Eine gefährliche Situation womöglich, die alle Verantwortlichen von Verband, Polizei und Stadt vermeiden wollten.
Die Lösung: Neue Parkmöglichkeiten an der Prinzregentenstraße in Höhe des Luitpoldparks, zwischen Stemplingerstraße und Westermayerstraße. Außerdem in der Rechenauerstraße auf Höhe der Hausnummern 1, 3, 5 sowie gegenüber bei den Hausnummern 42 und 44. Zudem können die Fahrer die Reisenden an der Rechenauerstraße ein- und aussteigen lassen, etwa zwischen Weinlände und Kaiserstraße.
Eine Neuregelung, die sich offensichtlich bewährt hat. Am Karolinen-Gymnasium ist über Beschwerden von Eltern nichts bekannt. Die Busfahrer halten sich wohl an das Halteverbot am Radweg. Auch die Stadt und der Wirtschaftliche Verband sind zufrieden. „Das wird gut angenommen“, sagt Klaus Hertreiter, Projektleiter beim Wirtschaftlichen Verband. Von Beschwerden sei nichts bekannt, lediglich einige Fahrer hätten nachgefragt, wo sie ihren Bus parken dürfen, heißt es. Von einer „positiven Entwicklung“ spricht Robert Maurer, der Medienbeauftragte der Polizeiinspektion Rosenheim. Wichtig sei, dass die Busfahrer einen sicheren Platz fürs Parken fänden. Schließlich müssten sie ihre Lenk- und Ruhezeiten einhalten. Denn der Job der Busfahrer zum Herbstfest, ist hart. Wie Maurer sagt, glühen viele der Besucher bereits während der Fahrt nach Rosenheim vor. Und kehren dann mit einem entsprechenden Pegel von der Loretowiese zurück. Da heißt es ausgeruht sein und die Nerven bewahren.
Eines aber muss besser werden: Im Bereich Pernauer-/Reichenbachstraße gibt es zahlreiche Autofahrer, die falsch parken. Die warnt Maurer schon einmal vor: „Im nächsten Jahr werden wir die abschleppen.“