Rosenheim – Eine längere Öffnungsdauer wird es für das Rosenheimer Freibad auf absehbare Zeit nicht geben. Es bis Ende Oktober offen zu halten, sei in der Summe zu teuer, teilen die Stadtwerke Rosenheim mit. Und reagieren damit auf einen Antrag der CSU-Stadtratsfraktion. Oberbürgermeisterkandidat und CSU-Stadtrat Andreas März will sich damit nicht zufriedengeben.
Das Freibad in Rosenheim hat am vergangenen Sonntag zugesperrt, pünktlich zum Schuljahresbeginn. Im Gegenzug hat nun das Hans-Klepper-Hallenbad offen. Dort könnten Sport- und Freizeitschwimmer ebenso ihre Bahnen ziehen, wie Schüler und Vereinsmitglieder. Zumal die Stadtwerke unter der Woche nachmittags, sowie an Wochenenden ganztags, eine oder zwei Schwimmbahnen freihielten für die Sport- und Freizeitschwimmer. Diese Regelung sei bislang „immer ausreichend“, melden die Stadtwerke. Sie antworten damit auf eines der Argumente aus dem CSU-Antrag. Dort hatten die Christsozialen gemahnt, der Platz im Hallenbad reiche nicht aus. Auch deshalb sei es wichtig, das Freibad über das Ende der Sommerferien hinaus offen zu halten.
Doch nun zeigt sich, dass es offensichtlich nicht möglich ist, beide Bäder einige Zeit parallel zu betreiben. Es fehlt dafür ebenso an Personal wie an Geld.
Es fehlt
an Personal
Würde das Freibad offenbleiben, und sei es auch nur mit einem Becken, müsste beispielsweise zumindest ein Bademeister vor Ort sein – der dann aber im Hallenbad fehlt. Zugleich stiegen die Kosten, etwa weil mehr geheizt werden müsste. Mehreinnahmen aber lassen sich nach Einschätzung der Stadtwerke nicht generieren, weil vor allem Schwimmer mit Saisonkarte das erweiterte Angebot nutzen, nicht aber Menschen, die sich spontan dazu entscheiden, baden zu gehen und dafür Eintritt bezahlen. Insgesamt, so das Fazit, stelle sich die Frage, ob die „entstehenden Kosten verhältnismäßig und von der Allgemeinheit zu bezahlen sind“, wenn lediglich nur eine kleine Gruppe Schwimmer von einer Verlängerung der Öffnungsdauer profitierten. Schon heute ist das Freibad ein Zuschussbetrieb: Bei Kosten von rund einer Million Euro im Jahr kann etwa nur ein Viertel durch Erlöse erwirtschaftet werden. Die übrigen rund 750000 Euro müssen die Stadtwerke zuschießen.
Forderung nach
Kostenberechnung
Die Antwort der Stadtwerke hat die CSU-Stadtratsfraktion praktisch auf dem kleinen Dienstweg erreicht. Also ehe die Stadträte parteiübergreifend über die Idee diskutiert haben.
Zurückziehen werde die CSU-Stadtratsfraktion ihr Anliegen nicht, sagt Andreas März. Der Antrag soll bestehen bleiben. Zugleich überlegt er, von den Stadtwerken eine genaue Kostenberechnung einzufordern.
Zugleich könne man überlegen, ob man das Freibad probehalber für eine Saison bis weit in den Herbst offenlasse. Um das personell zu stemmen, könnte man darüber nachdenken, Bademeister aus dem Umland übergangsweise nach Rosenheim zu holen. Langfristig aber könne es eine Lösung sein, in einem Neubau Hallenbad und Freibad zu vereinen. Das sei dann jedoch eine Frage des Grundstücks, sagt Andreas März. Bis dahin aber werden wohl einige Jahre ins Land gehen. Schließlich ist das Hallenbad gerade frisch saniert.