Debatte zur Erinnerungskultur

von Redaktion

Veranstaltung in der Mädchenrealschule über das Gedenken an die NS-Opfer

Rosenheim – Zu einer Diskussionsveranstaltung zum Thema „Wie wollen wir uns erinnern? – Gedenken an NS-Verfolgte im öffentlichen Raum“ lädt die Initiative „Erinnerungskultur – Stolpersteine für Rosenheim“ ein. Sie findet am Mittwoch, 9. Oktober, und beginnt um 18 Uhr in der städtischen Realschule für Mädchen an der Ebersberger Straße in Rosenheim.

Fragebogen als

Gesprächsgrundlage

Geplant sind diverse Redebeiträge, etwa von Professor Kilian Stauss, der an der Hochschule Rosenheim lehrt, und über das Projekt „Erinnerungszeichen“ des Münchner Stadtarchivs spricht. Außerdem informiert Michaela Hoff von der Otfried-Preußler-Mittelschule Stephanskirchen über die Themen-Beiträge des Schulradioprojekts „Simsseewelle“. Die Auswertung eines Schülerfragebogens zum Thema soll anschließend Grundlage sein für eine Diskussion darüber, wie Gedenken an NS-Verfolgten im öffentlichen Raum in Rosenheim aussehen sollte, um viele – und vor allem junge – Menschen anzusprechen.

Eingeladen sind Schüler aller Schulen in Rosenheim und Umgebung ab der achten Jahrgangsstufe. Aber auch alle anderen Interessierten können an der Diskussionsrunde teilnehmen, melden die Veranstalter.

Im Zusammenhang mit der Diskussion über Formen der Erinnerungskultur in der Stadt haben sich die Mitglieder der Initiative „Erinnerungskultur – Stolpersteine für Rosenheim“ und auch des Historischen Vereins Rosenheim zum Ziel gesetzt, über alternative Formen des Erinnerns nachzudenken. Am Ende aber sollten die Angehörigen entscheiden, „ob sie Steine, Tafeln oder Stelen bevorzugen“, teilen Karl-Heinz Brauner, der Vorsitzende des Historischen Vereins Rosenheim, und Dr. Thomas Nowotny, Sprecher der Initiative „Erinnerungskultur – Stolpersteine Rosenheim“, mit.

Wichtiger als „wie“ erinnert werde, sei es, dass „überhaupt erinnert“ werde. Das Bündnis selbst halte Stolpersteine weiterhin „für die beste Art des sichtbaren Gedenkens an die Opfer des NS-Terrors“, sei aber sehr wohl „für andere Formen offen“. Dies sei auch Ziel der Diskussionsveranstaltung an der Realschule für Mädchen.

Schulfamilie wünscht

sich Stolperstein

Herausgefunden werden soll, wie dort „auf andere Weise“ an die ehemalige Mitschülerin Elisabeth Block erinnert werden kann. Eine Umbenennung der Einrichtung hatten die Gremien der Schule abgelehnt. Die Schulfamilie selbst favorisiert einen Stolperstein.

Auf einem Privatgrund in Rosenheim werde in Kürze ein solcher Erinnerungsstein verlegt, als Gedenken an den Gewerkschafter Ewald Thunig, teilen Karl-Heinz Brauner und Dr. Thomas Nowotny mit.bw

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