Rosenheim – Die Heimatbühne Rosenheim und die Stückerl von Ralph Wallner – des passt. Nach dem höllischen Spektakel „Deifi Sparifankerl“ im Frühjahr begeisterte das Ensemble bei der Premiere „Mucks Mäuserl Mord“ das Publikum mit Witz, Elan, rasanten Spielszenen und deftigen Dialogen. Spaßig, mitreißend, turbulent und mit vielen überraschenden Aspekten amüsierten sich die Zuschauer köstlich bei dem bayerischen Wirtshauskellerkrimi mit Einbruch, Steuerhinterziehung und Mord.
Doch bevor das Spektakel so richtig losging, durften sich Spielleiter Thomas Reichhart und die Heimatbühne über einen Scheck von 2500 Euro für die Bühnenausstattung vom Gewinnsparverein der Sparda-Bank, überreicht von Werner Rösler, freuen.
Eine Leich‘ im
„Roten Raben“
Dann hieß es „Vorhang auf!“ und gleich ging`s richtig los. Die schrullige Pfarrersköchin Agathe Muckmoser, genannt „Mucki“ (Renate Gantner) bedient sich schon seit Monaten an den gut gefüllten Regalen des Gasthauses „Roter Rabe“, um in „kreativer Nahrungsbeschaffung“ ihren Pfarrer kostengünstig kulinarisch zu verwöhnen.
Das so gesparte Haushaltsgeld steckt die trotz aller Bissigkeit herzensgute Haushälterin der Resi Mausleitner (Martina Klimm) zu, die dafür Schmiere steht bei den „Einkäufen“. Auf der Suche nach einer Entenbrust entdecken sie in der Kühlkammer eine aufgehängte Leiche mit roten Gummistiefeln. Wer ist der Tote? Warum musste er sterben? Wieso hängt er in der Speis? Und vor allem: Wer ist der Täter?
Diese Fragen wollen die temperamentvollen Hobbydetektivinnen selbst lösen, denn die Polizei einzuschalten, kommt aus verständlichen Gründen nicht in Frage. Wer der ominöse Gummistiefelträger war, ist recht schnell klar – ein unsympathischer Gast, der noch am Abend zuvor in der Gaststube gespeist hat.
War es die junge, fesche neue Kellnerin Hedi (Debütantin Lisa Schmidt), die voller Charme und frechem Mundwerk als „eiskalte Killer-Kellnerin Küchenschaben im Keller killt“, oder war es der frisch verliebte Schankkellner „Fassl“ (Florian Heusel), der eifersüchtig die Annäherungsversuche des Gastes beäugt hat? Es kommt aber auch die Köchin Kuni (Silvia Barthel), deren abstruse Fantasiegeschichten immer wieder für Heiterkeit beim Publikum sorgen infrage. Auch ihr Bruder, der Wirt des „Roten Raben“ (Matthias Bauer), scheint allen Grund zu haben, den Gast beiseite zu schaffen.
Zuschauer
dürfen mitraten
Nicht zu vergessen das liebenswerte Unikum Buckl (Andreas Heusel), dessen Trinkfreudigkeit zu unbedachten Taten führt. Und was sucht die aufgestylte Ex-Kellnerin Ludmilla Ludermann, alias „Flietschn Frieda“, im Vorratskeller?
Das i-Tüpfelchen der rundum gelungenen Premiere war der Pausenfüller: „Wer woas, wer der Mörder is?“ – auf einem Fragebogen durften die Gäste ankreuzen, wer ihrer Meinung nach den „Gummistiefe“ ins Jenseits befördert hat. Spekulationen und Tipps wurden an den Tischen ausgetauscht, schließlich wartete auf einen Ermittler der Täter eine Freikarte für die nächste Premiere der Heimatbühne im kommenden Jahr.
Zu sehen ist der in bayerischer Mundart und mit einem Talent fürs Fabulieren verfasste Dreiakter „Mucks Mäuserl Mord“ noch am 2., 4., 11., 12., 18., 26. und 31. Oktober jeweils um 20 Uhr sowie am 5., und 19. Oktober und am 2. November jeweils um 19 Uhr im neuen Vereinsheim der Freien Turnerschaft Rosenheim, Klepperstraße 18z, in Rosenheim. Karten gibt es im Vorverkauf bei Kaufmann-Kirner, Adlzreiterstraße 5 in Rosenheim, oder telefonisch unter 08031/380826. Einlass und Bewirtung erfolgt jeweils eine Stunde vor Spielbeginn. In den Pausen spielt „A bayrisch Musi“.