Rosenheim – Die Liste der 44 CSU-Kandidaten für den Rosenheimer Stadtrat steht. Angeführt wird sie von Stadtrat und Oberbürgermeisterkandidat Andreas März (47). Die Liste gilt intern als „so weiblich wie nie und so jung wie nie“. Sechs bisherige Stadträte werden nicht mehr zur Wahl antreten.
Die Mannschaft, die gemeinsam mit Andreas März in den Wahlkampf geht, ist vielseitig aufgestellt: Vom Arzt über den Landwirt und den Maurer reicht sie bis hin zur Stadtführerin und zum Wirtschaftsingenieur. Auch die Altersspanne ist durchaus gemischt: Die jüngste Kandidatin ist Phoebe Struve. Sie ist 24 Jahre alt und belegt Listenplatz 39. Die ältesten Bewerber sind Dr. Georg Bergmaier (69) auf Listenplatz 5 und Georg Soyer (69) auf Platz 8.
Sechs Stadträte
scheiden aus
Während Phoebe Struve zum ersten Mal kandidiert, gehören Dr. Bergmaier und Soyer dem Gremium bereits an. Sie werden nach der Kommunalwahl am 15. März 2020 einige ihrer langjährigen Mitstreiter vermissen. Denn auf ihre Kandidatur verzichtet haben Andreas Bensegger, Margarete Fischbacher, Zweiter Bürgermeister Anton Heindl, Franz Krones, Ursula Meishammer und Günther Wunsam. Die Ausscheidenden haben ihre Entscheidung mehrheitlich aus beruflichen und privaten Gründen oder aber aufgrund ihres Alters getroffen. Bei Günther Wunsam allerdings kommt wohl auch die Enttäuschung darüber zum Tragen, dass er sich bei einer internen Probeabstimmung nicht gegen Andreas März hatte durchsetzen können, und als Oberbürgermeisterkandidat praktisch durchgefallen war.
Nun aber heißt es nach vorne schauen, denn der Wahlkampf wird sowohl von März als auch von den Stadtratkandidaten einiges abverlangen: Die CSU hat landesweit harte Zeiten hinter sich. Die Gleichung: Bayern ist CSU-Land gilt nicht mehr ohne Weiteres. Und auch wenn Andreas März resümiert, die CSU Rosenheim habe in den vergangenen Jahren „die Stadtpolitik entscheidend geprägt“ und in Rosenheim laufe „nichts grundsätzlich verkehrt“, so weiß er, Mehrheiten zu gewinnen – das wird harte Arbeit. Für ihn, der sich immerhin gegen fünf Mitbewerber durchsetzen müsste, und für die Stadtratskandidaten ebenfalls. „Das wird kein Spaziergang“, sagt März. Er spricht von einer „Herausforderung“, die es zu meistern gelte, um die 21 Sitze im Stadtrat zu verteidigen.
Lob für jede Menge
Bodenständigkeit
In der Summe aber vertraut er auf ein „schlagkräftiges Team“. Er ist begeistert davon, dass es sich bei allen Kandidaten um Menschen handelt, „die mit beiden Beinen im Leben stehen, und auf dem Boden der Tatsachen geblieben sind“. Es finde sich niemand auf der Liste, der nicht wisse, „dass Maximalforderungen fernab der Realität“ seien. Zufrieden ist er zudem, weil sich Kandidaten aus allen Rosenheimer Stadtteilen und Quartieren für ein Engagement bei der CSU gemeldet haben. So findet sich auf Listenplatz 19 Angelika Lohberger (51), Verkaufsleiterin der gleichnamigen Metzgerei in der Innenstadt. Gleiches gilt für Martin Kupferschmied (51) auf Listenplatz 29: Als Chef des „Happinger Hof“ gilt er als Vertreter der Menschen in Alt-Happing, eines Bereichs der Stadt, der bisher weniger gut im Stadtrat repräsentiert war. In die Riege der Neuen reiht sich zudem die stellvertretende Kreisbäuerin Maria Bichler (51) ein, die Fürstätterin hat Listenplatz 16 erhalten.
Doch wie entsteht eigentlich eine solche Kandidatenliste? Zunächst wird gefragt, wer noch einmal kandidieren möchte. Dann wird ausgewählt, wer bereits kandidiert hat, und schließlich gibt es Menschen, die gezielt angesprochen werden, ob sie sich eine Kandidatur für den CSU-Kreisverband Rosenheim-Stadt vorstellen können. Aus der Sammlung an Namen haben dann der CSU-Kreisvorsitzende Herbert Borrmann sowie die vier Ortsvorsitzenden – Daniel Artmann, Josef Gasteiger, Ulrike Plankl und Georg Soyer – eine Reihung zusammengestellt. Daran ebenfalls mitgewirkt haben die Vorsitzende der Frauen-Union Rosenheim-Stadt, Ursula Meishammer, und die Vorsitzende der Jungen Union Rosenheim-Stadt, Anita Heinlein.
Auch der letzte
Mann ist wichtig
Wer am Ende, am 15. März, tatsächlich den Einzug in den Rosenheimer Stadtrat schafft, das haben die Wähler in der Hand. Oberbürgermeisterkandidat März jedenfalls setzt auf Teamarbeit. Die Stimmung sei gut und es zähle jede Stimme für die CSU. Auch die für den Mann, der auf Platz 44 der Liste steht und damit das Schlusslicht bildet. Es ist der 49-jährige Josef Kaffl junior.