Bad Aibling – Über eine Woche sind die australischen Gäste schon in Bad Aibling und in dieser Woche haben sie schon viel erlebt: nahmen am Unterricht der Wirtschaftsschule Alpenland Bad Aibling teil, feierten den „Tag der Deutschen Einheit“ bei ihren Gastfamilien und besichtigten die Landeshauptstadt München. Dabei hatten die Aiblinger Gastgeber auch eine Überraschung parat: ein Besuch auf dem Oktoberfest. „Sie staunten nicht schlecht, als sie dabei im Augustinerzelt eine kleine Führung hinter die Kulissen des Biertempels bekamen“, sagte der stellvertretende Schulleiter Martin Lehrer von der Wirtschaftsschule Alpenland, als sie im Bad Aiblinger Rathaus empfangen wurden.
Austausch besteht
seit 2005/2006
Seit 2005/2006 besteht der deutsch-australische Schüleraustausch zwischen der Wirtschaftsschule Alpenland und den Schülern aus Down Under. Sie stammen aus Bright, das rund 350 Kilometer südlich von Melbourne liegt, im Bundesstaat Victoria.
Das Bright P-12 College ist eine Gesamtschule mit Primär- und Sekundarstufe. Dort können die Schüler sowohl auf einen mittleren Schulabschluss, als auch für den Übertritt an eine Universität vorbereitet werden.
„Seit Beginn ist es unser Ziel, dass alljährlich ein etwa vierwöchiger Schüleraustausch stattfindet, der jeweils für eine größere Gruppe von Schülern der neunten Jahrgangsstufe angeboten wird“, sagte Oberstudiendirektor Randolf John im Rathaus.
Aufgrund der gewachsenen Partnerschaft kann so mittlerweile jedes Jahr ein etwa dreimonatiger Schüleraustausch angeboten werden, neben den vierwöchigen Aufenthalten. Aktuell ist die australische Austauschgruppe mit sieben Schülern, die vier Wochen zu Gast sind, und dreien, die drei Monate vor Ort sind, sowie zwölf Gasteltern in der Kurstadt.
Sie wurden jetzt in Begleitung des Schulleiters Randolf John, den stellvertretenden Schulleitern Matthias Vieweger und Martin Lehrer vom Zweiten Bürgermeister Erwin Kühnel (CSU) im Sitzungssaal des Rathauses empfangen. Kühnel, der den auf einer Kämmerertagung befindlichen Bürgermeister Felix Schwaller vertrat, ging zunächst auf die Geschichte Bad Aiblings ein, erzählte aber auch, dass Bad Aibling eine Schulstadt ist und verwies auf die 15 Schulen der Kurstadt.
Wie nah sich Australien und Deutschland trotz der Entfernung sind, erzählte Kühnel: Sein Sohn traf am Strand in Brisbane zufällig ehemalige Bad Aiblinger. Reger wurde es im Sitzungssaal, als er zu Fragen aufrief. „Wie sind Sie zu einem Stadtrat geworden“, fragte eine Schülerin. Seine Antwort: „Als ich frisch nach Aibling kam, lernte ich im Sportverein den CSU-Fraktionschef kennen. So bin ich seit 24 Jahren Stadtrat.“
Die nächsten Fragen der Schüler drehten sich um die Freude an der Arbeit. Interessiert lauschten die Australier Kühnel. „Es macht Spaß sich für Menschen im Ort einzusetzen.“ Auf die letzte Frage, welches sein Lieblingsort sei, antwortete er: „Weihenlinden, hier kommt man zur Ruhe.“
Katarina Ciolli, Deutschlehrerin in Australien, freute sich über das gemeinsame „Geben und Nehmen“ in der Zusammenarbeit. Und Jean Olley, Direktorin des Colleges, betonte, wie wichtig der deutsch-australische Schüleraustausch sei. Die Gründe liegen auf der Hand: interkulturelles Lernen, Sprachfertigkeiten ausbauen und Motivation.
Fremde Kulturen besser verstehen
Randolf John sah durch das Projekt eine Chance fürsLeben: „Durch den Austausch gewinnst du neue Freunde und stärkst dein Selbstbewusstsein, du kannst fremde Kulturen besser verstehen und dich in ungewohnten Situationen bewähren.“
Bevor die Gäste aus Australien am 25. Oktober wieder abreisen, warten aber noch weitere Highlights auf die jungen Frauen und Männer: das Salzbergwerk in Berchtesgaden, ein Besuch der Mozartstadt Salzburg und ein mehrtägiger Trip in die Bundeshauptstadt Berlin. Doch der Abschied ist nicht für ewig: Der Gegenbesuch der deutschen Kurzzeitaustauschgruppe findet voraussichtlich schon für vier Wochen ab 14. Februar statt.