Die Kultur muss draußen bleiben

von Redaktion

Rofa-Eisstadion als Multifunktionsarena: CSU-Antrag überzeugt Stadträte nicht

Rosenheim – Auf eher geteiltes Echo ist der CSU-Antrag gestoßen, das Rofa-Eisstadion in Rosenheim als Multifunktionsarena einzurichten. „Es soll im Hinterkopf bleiben“, resümierte Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer (CSU) am Ende der Diskussion im Haupt- und Finanzausschuss. Grund für die mangelnde Zustimmung sind vor allem die hohen Kosten für einen Umbau. Das Geld wird dringend gebraucht. Denn die Ertüchtigung des Stadions wird immer teurer.

Kostspielige

Umbauten

Schon die Liste der Umbauten, die notwendig wären, um das Stadion umzurüsten, ließ nichts Gutes ahnen: Lärmschutz sei notwendig, um die Ungestörtheit der Anwohner zu gewährleisten. Das Stadion müsste beheizt werden, dazu müsste eine Lüftungsanlage installiert werden, deren Aufhängung statisch schwierig sein könnte. Die Lüftungsöffnung, die es auf einer Länge von 60 Metern unterm Dach gibt, müsste geschlossen werden. Ganz zu schweigen von der Eisfläche selbst, für die man eine Lösung finden müsste, die ein schnelles Auf- und Abbauen sicherstellt. Auch die Eisbande, die im Jahr 2023 erneuert werden soll, stünde dem Projekt Multifunktionsarena im Weg: Sie sei zu hoch, um einen freien Blick auf die Künstler zu ermöglichen, meldet die Verwaltung.

Neu überprüft werden müssten neben dem Lärmschutz auch der Brandschutz und die Zahl der Stellplätze. Derzeit ist das Eisstadion für 4750 Menschen zugelassen, und es läuft ein Bauantrag, der eine Erhöhung auf 5022 Zuschauer anstrebt. Die Zahl noch weiter nach oben zu schrauben, wie es vielleicht für eine Multifunktionsarena sinnvoll wäre, hält die Verwaltung für nicht sinnvoll. Schließlich: Ohne eine zweite Eisfläche könne das Stadion für Konzerte oder andere Kulturveranstaltungen lediglich in der eisfreien Zeit genutzt werden, also in den Monaten von Mai bis Mitte Juli. In der Summe, sagte Oberbürgermeisterin Bauer, „müssten wir so viel in die Halle hineinbauen, dass wir den Bestandschutz verlieren würden.“ Heißt konkret: Das Eisstadion müsste dann mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit geschlossen werden.

Die Idee, das Stadion für Veranstaltungen außerhalb des Sports zu nutzen, ist mit „erheblichen Kosten“ verbunden. Geld, das derzeit dringender gebraucht wird, um beispielsweise die notwendigen Arbeiten am Brandschutz des Stadions finanzieren zu können. Die Ausgaben dafür sind mittlerweile auf 11,9 Millionen Euro gestiegen, inklusive der Instandsetzung der technischen Anlagen und der baulichen Instandsetzung. Noch im vergangenen Jahr war man von 7,9 Millionen Euro ausgegangen, baut aber darauf, dass das Geld gut investiert ist, um die vorgesehene Nutzungsdauer von 20 Jahren einhalten zu können.

Angesichts dieser vielen Einschränkungen, sagte der CSU-Stadtrat und stellvertretende Fraktionsvorsitzende, Dr. Wolfgang Bergmüller, man habe ja lediglich einen Prüfantrag gestellt. Dann sei eine solche erweiterte Nutzung wohl nicht möglich. Allerdings frage er sich, warum in früheren Jahren Bands aufgetreten seien wie die „No Angels“ und die „Erste Allgemeine Verunsicherung“ (EAV). Vielleicht seien die Ansprüche damals andere gewesen, gab die Verwaltung zu bedenken. Oberbürgermeisterin Bauer sagte: „Auch wir wollen eine vielschichtige Nutzung. Aber es scheint uns unmöglich.“ Trotzdem, und gerade im Hinblick auf die kommenden Jahrzehnte, schlug sie vor, die Idee nicht vollständig zu begraben. Unterstützung für den CSU-Antrag gab es von Robert Multrus, Stadtrat und Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler/UP Rosenheim: Sich etwas für die eisfreien Monate zu überlegen sei gut.

Klare Ablehnung

von der SPD

Ein generelles Nein gibt es von der SPD: Robert Metzger, der Fraktionsvorsitzende und Oberbürgermeisterkandidat, sagte, die Halle sei allein für den Eissport gebaut. Jeder Umbau daher „mit einem riesigen Aufwand verbunden“. Sein Fazit: „Das war eine Schnapsidee der CSU.“ Eine Abstimmung fand nicht statt.

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