Rosenheim – Ein Abend, 14 Lokale und 15 Livekonzerte: Bereits zum zehnten Mal fand in Rosenheim die „Nacht der Blauen Wunder“ statt. Eine halbe Stunde sorgen Sänger und Bands jeweils für musikalische Unterhaltung, dann folgte eine 30-minütige Pause, in der die Besucher Zeit hatten, die Kneipe und damit auch die Musikrichtung zu wechseln. Auf Kneipentour durch Rosenheim.
Treffpunkt Ludwigsplatz. Eintritt zahlen, Bändchen ums Handgelenk und schnell ein Blick auf das Programmheft. Erste Station: Essbar. Die Stimmung ist gut, Sitzplätze gibt es keine mehr. Hinten links spielt „Apollon’s Smilie“. Die Band besteht aus den beiden Freisinger Musikern Marc Hanow und Julian Hobmeier. Sie singen eigene Kompositionen, spielen Gitarre. Es ist der perfekte Start in einen besonderen Abend.
Mit dem Bändchen
ins Getümmel
Von der Essbar geht es weiter ins Kaffä. Bändchen zeigen, Überblick verschaffen und rein ins Getümmel. Im hinteren Teil hat sich bereits eine Menschenmenge gebildet. Mittendrin: Die Band „Billy & The Booze Birds“ – zwei Männer aus Landshut. Sie tragen Hawaiihemden, einer spielt Gitarre, der andere Kontrabass. Als sie das Lied „Monday Morning“ von der kanadischen Sängerin Melanie Fiona anstimmen, singen die Zuschauer mit. Erst leise, dann immer lauter. Nach 30 Minuten ist das Konzert vorbei und es geht weiter.
Station drei: Arte & Vino. Hier herrscht Wohnzimmeratmosphäre. Bei Kerzenschein spielen „Eric & The Peacemakers“ Klassiker von Johnny Cash. Die meisten Zuschauer sitzen, nippen an einem Glas Wein und unterhalten sich leise. Im Hintergrund die rauchigen Stimmen der drei Musiker.
Das komplette Gegenteil im „Le Pirate“. Das Lokal ist voll, die Fenster beschlagen. Trotzdem ist die Stimmung gut. Schulter an Schulter gedrängt stehen Leute, die sich vorher noch nie gesehen haben, nebeneinander. Hier dreht sich alles um die Band „Sugar Daddy“. Die Musiker singen rockige Nummern, covern bekannte Lieder wie den Klassiker „Happy“ von Pharrell Williams. Ein Lied das die Stimmung des Abends nicht besser hätte beschreiben können. Gekonnt moderiert die Frontsängerin durchs Programm, erlaubt sich immer wieder Scherze mit dem Publikum. „Verdammt, ich habe mein Handtuch vergessen“, sagt sie mit einem Augenzwinkern. Immer mehr Leute drängen sich in das kleine Lokal. Bereitwillig rutschen alle noch ein Stück enger zusammen, nicken sich zu, summen leise vor sich hin. Dann der nächste Klassiker. Die Band stimmt das Lied „Celebrations“ an. Die Musikauswahl trifft den Nerv der Besucher.
Romantik liegt
in der Luft
Gute Musik auch im Café Innig. Kurzer Blick ins Programmheft. Die Band heißt „Blues Blosn“, kommt aus Rosenheim. Sie spielen Blues, Rock und Soul. Im hinteren Teil, direkt vor der Bühne, wird getanzt. Die weniger Mutigen stehen in der Nähe des Eingangs.
Nach einem kurzen Abstecher im Lokal „Effe & Gold“, geht es weiter ins „Schaug‘ eine“. Hier gibt es Hits aus den 1970- und 1980er-Jahren, gespielt von der Band „Mercy Beats“. Romantik liegt in der Luft, spätestens als die drei Männer das bekannte Lied „You belong to me“ von Dean Martin anstimmen. Es wird geklatscht, die Frauen tanzen, die Männer halten sich an ihrem Bier fest.
Ein Abend für
die Gemeinschaft
Zum Abschluss geht es in den Ludwigshof. Ein letztes Mal das Bändchen zeigen, ein letztes Mal ins Getümmel stürzen. Auf der Bühne spielt das „Berni Holzner Trio“ Hits von Abba. Mittendrin: der Rosenheimer Christopher Wübbles. „Dieser Abend ist für Rosenheim extrem wichtig. Alle Menschen kommen zusammen, lachen und feiern miteinander“, sagt er und hätte es besser nicht zusammenfassen können.