Rosenheim – Sie haben ihre musikalische Vielfalt und ihr Können gezeigt: Die Musiker des Spielmannszug Rosenheim sind im fränkischen Feuchtwangen erneut bayerischer Meister und Vizemeister geworden. Die 25 Rosenheimer Spielleute hatten sich monatelang auf die Meisterschaft vorbereitet und konnten nun die Früchte ihrer Arbeit ernten.
Viele Erfolge,
hohe Erwartungen
Seit über 30 Jahren nimmt der Spielmannszug an den bayerischen Meisterschaften des Landesverbandes für Spielmannswesen Bayern teil und konnte in den vergangenen Jahrzehnten diverse Meistertitel nach Rosenheim holen, wie der Spielmannszug in einer Pressemeldung mitteilt. „Die Erwartungen sind da natürlich hoch. Wir wollten es dieses Jahr für unsere Verhältnisse ruhig angehen lassen und nur in einer Klasse starten“, erzählt Andreas Gehrig, Vorsitzender des Vereins.
Nach der letzten Meisterschaft vor zwei Jahren hatten einige langjährige Mitglieder den Spielmannszug aufgrund von Umzug oder Ausbildung verlassen. Die Stimmen mussten also neu besetzt und aufgeteilt, neue Stücke für die aktuelle Besetzung gefunden werden. „Wir haben die Herausforderungen der vergangenen zwei Jahre angenommen und inzwischen überwunden. Im Frühjahr haben wir uns dann dazu entschieden, unsere Vielfalt zu zeigen und starteten nun in drei Klassen.“
In der Kategorie „Gemischte Fanfaren- und Spielmannszüge Standard“ traten die Rosenheimer Musiker das letzte Mal vor einem Vierteljahrhundert an. Trotz widriger Umstände – zwei der fünf Fanfaren mussten das Wertungsspiel kurzfristig absagen – war der Auftritt nach Auskunft des Spielmannszugs ein voller Erfolg: Dass sie sich mit der Besetzung mit Fanfaren und klassischer Spielmannszug-Musik im bayerischen Vergleich nicht verstecken müssen, bescheinigten die Wertungsrichter den Spielleuten mit der Bewertung „mit sehr gutem Erfolg teilgenommen“ und einem dritten Platz.
Zwölf Flötistinnen nahmen in der Kategorie „Historische Ensembles“ mit ihren historischen Schwegelflöten teil. Schwegelflöten sind einfache Holz-Querflöten ohne Klappen, die im Mittelalter gespielt wurden. Das Musizieren auf solchen Instrumenten unterscheidet sich deutlich von den heutigen gut ausgereiften Klappen-Flöten. Dass die Musikerinnen auch das beherrschen, wurde mit dem Titel „bayerischer Meister“ belohnt.
Die Königsdisziplin war jedoch die Kategorie „Spielmannszüge offen – Senioren“. Mit dem traditionellen „Florentiner Marsch“ und dem modernen Konzertstück „Night and Light“ zeigten die Rosenheimer ihre Vielseitigkeit. Manuela Schröder (Musikalische Leitung) und Selina Rupp (Dirigentin) sind stolz auf ihre Spielleute: „In dieser Kategorie haben wir mit hervorragendem Erfolg teilgenommen und nur drei Punkte weniger erhalten als die beiden bayerischen Meister, die im Übrigen auch deutsche Meister sind“, berichtet Selina Rupp. „Das zeigt, dass wir uns auch ohne Probleme dem nationalen Vergleich stellen könnten“ ergänzt Manuela Schröder.
Intensive
Vorbereitung
Die Teilnahme an einer Meisterschaft bedeutet viel Arbeit: In den vergangenen Wochen hatten die Spielleute im Alter von 15 bis 52 Jahren an vier Tagen pro Woche geprobt und zum Teil auch samstags.
Die Spielleute hatten sie eingeladen, um die Meisterschafts-Situation ein wenig nachzustellen und um den Familien zu zeigen, was sie sich hart erarbeitet hatten: „Wir wissen, dass die vielen Proben Einschnitte im Familienleben und der Freizeit bedeuten“, sagte Andreas Gehrig. Gemeinsam sind die Musiker stolz auf das, was sie geschafft haben. Stolz waren natürlich auch die Familien der Spielleute und empfingen die Meister mit Sekt und Plakaten in Rosenheim.