Ein Lob für die Nächstenliebe

von Redaktion

Ehrenamtsabend: Oberbürgermeisterin Bauer dankt Helfern – Stadtteilverein hört auf

Rosenheim – „Wir haben wohl zu klein gebaut“, sagte Rosenheimes Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer beim Ehrenamtsabend im Happinger Bürgerhaus. Und würdigte damit die große Zahl der Besucher an diesem Abend, an dem es viele gute Nachrichten gab. Aber auch die traurige Meldung, dass sich der Stadtteilverein „Bunte Finsterwalderstraße“ auflöst.

„Es ist toll, dass auch die Menschen außerhalb von Happing, aus der Finsterwalderstraße und der Lessingstraße, hierher gefunden haben. Wir müssen über den Tellerrand blicken und nicht nur unsere engen Grenzen sehen“, sagte Gabriele Bauer.

Zugereiste als
„Salz in der Suppe“

Sie dankte der Freiwilligenagentur und der sozialen Stadt und sagte, sie sei stolz auf jeden Einzelnen, der sich ehrenamtlich einbringe. Dabei erwähnte sie, dass die Zugereisten das Salz in der Suppe Rosenheims ausmachten: „Rosenheim ist bunt.“ Sie würdigte zudem alle, die sich mit unterschiedlichen Talenten und Fähigkeiten für das Gemeinwohl einsetzen. Sie verwies auf die Flüchtlingskrise im Jahr 2015. Eine Situation, die ohne das Engagement der Ehrenamtlichen auch in Rosenheim nicht ansatzweise zu schaffen gewesen wäre. Ehrenamt mache Freude, sei aber häufig ein harter Job, sagte Bauer und verwies auf die Rettungsdienste. Sie lobte das soziale Verantwortungsbewusstsein, die humane Weltanschauung und die Nächstenliebe, aus denen heraus die Menschen ihr Handeln als Auftrag und Verpflichtung sähen. Ehrenamtliches Engagement sei nicht nur Geben, sondern auch ein Bekommen. Wer sich für andere stark mache, bereichere die eigene Persönlichkeit. Er wachse und reife an seiner Aufgabe, gewinne an Verstand, Mut und Einfühlungsvermögen, sagte die Oberbürgermeisterin.

Auch die Integration geflüchteter Menschen sei für viele eine wichtige ehrenamtliche Aufgabe, für die sie sich einsetzten. „Ohne die Ehrenämtler wären wir ziemlich verloren“, sagte Bauer. Sie schenkten Menschen in Not das Wertvollste in ihrem Leben, nämlich ihre Zeit. Mit Worten von Erich Kästner beschloss die Oberbürgermeisterin ihre Rede zum Ehrenamtsabend: „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es!“

Zahl der Mitglieder
geht zurück

Anschließend ehrte sie den Stadtteilverein „Bunte Finsterwalderstraße“, der im Jahr 2006 gegründet worden war. Mit seinen Projekten erzielte der Verein stadtweite Beachtung. Im Jahr 2010 erhielt er mit der Bastelgruppe den Integrationspreis der bayerischen Staatsregierung und mit dem Projekt „Renaturisierung des Stillerbachs in der Finsterwalderstraße“ 2009 den Umweltpreis der Stadt Rosenheim. Aufgrund der geringen Mitgliederzahl und dem Ausscheiden des aktuellen Vorstandes hat der Verein jetzt beschlossen, sich aufzulösen. Die gute Nachricht: Die Projekte werden aber innerhalb der „Freiwilligenagentur West“ weitergeführt. Dies hatte für den scheidenden Vorsitzenden des Stadtteilvereins, Johann Peschke, oberste Priorität gehabt. ps

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