Eine Ausnahmeerscheinung

von Redaktion

Die Geigerin Marita Hörberg (20) erhält den Kulturförderpreis der Stadt Rosenheim

Rosenheim – Für einen Moment verschwindet Marita Hörberg. Sie versucht es zumindest, doch immer mehr Begeisterte strömen in den Künstlerhof und möchten der Geigenvirtuosin gratulieren. Ihr zeigen, wie sie sich für die neue Kulturförderpreisträgerin der Stadt Rosenheim freuen. Diese kleine Pause, dieser kleine Schritt aus dem Rampenlicht tut Marita Hörberg (20) gut. Dabei ist sie es gewohnt, auf der Bühne zu stehen – als Solistin, aber auch im Orchester, im Trio Marcato, mit dem sie den eigenen Ehrenabend kammermusikalisch begleitet.

Stadträte entscheiden

einstimmig

Die Saaltüren schließen sich. Marita Hörberg nimmt ihr Instrument der Geigenbauerin Wiltrud Fauler und steigt die Stufen zur Bühne hinauf. Katharina Schmidt sucht mit ihrem Cello die richtige Sitzhaltung, wie auch Thomas Schuch am Klavier. Stille. Sergej Rachmaninovs Elegiaque Nr. 1 in g-moll entwickelt sich und Marita Hörberg ist in ihrem Element.

Rosenheims Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer begrüßt die Gäste und sagt, der Kulturausschuss der Stadt habe einstimmig beschlossen, den Förderpreis an Marita Hörberg zu vergeben. Rainer W. Janka hält die Laudatio. Er sagt, wie schwer es sich Marita Hörberg doch immer gemacht habe. Schließlich hätte die Geigerin auch Biathletin werden können und damit nicht in Konkurrenz zur eigenen Mutter treten müssen, die am Ignaz-Günther-Gymnasium (IGG) Geige unterrichtet und in allen renommierten Orchestern des Umlands spielt. Bei Rainer Heilmann-Mirow lernte Marita Hörberg bis zum elften Lebensjahr. Mit elf Jahren studierte sie schon am Mozarteum Salzburg und gewann viele Wettbewerbe, wie etwa mit 14 Jahren den Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“.

Janka schwärmt: „Marita hat ein Instrument gewählt, dessen jeweiligen richtigen Ton sie selber auf dem Griffbrett millimetergenau setzen muss. Wie schwer das ist, weiß jeder, der Geigenschüler üben hört. Marita hat ein Instrument gewählt, dem meist die Melodie-Führung anvertraut ist. Das ist eine besondere Verantwortung.“ Das richtige Halten der Geige, die richtige körperliche Haltung seien Voraussetzung für die richtige Haltung zum gespielten Stück. „Marita zeigt diese Haltung so betont richtig, dass Ignoranten ihr diese Haltung schon zum Vorwurf der Arroganz machten“, sagt Janka, der die Preisträgerin, die auch Geografie studiert, selbst zwei Jahre lang unterrichtete.

Junge Solistin

mit Leidenschaft

Beim Geigenstudium zeige Marita Hörberg „Leidenschaft zur Musik, Intelligenz und ungeheure Disziplin“, wie ihre Geigen-Professorin Susanne Stoodt lobt. Janka zitiert die Professorin weiter: „Für mich ist Marita Hörberg in der Breite ihrer Veranlagungen, in ihren charakterlichen Eigenschaften, als junge Geigensolistin, sensible Kammermusikerin und Orchestermusikerin, dazu sozial äußerst engagiert und wissenschaftlich ambitioniert: eine Ausnahmeerscheinung.“

Am Ende des Abends sagte Marita Hörberg: „Es ist ein angenehmer Abend.“ Die Auszeichnung ist mit einem Preisgeld in Höhe von 2500 Euro verbunden. Was sie damit machen wird, weiß die 20-Jährige noch nicht.

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