Forderungen an die Politik

von Redaktion

Rege Beteiligung bei der Vollversammlung des Rosenheimer Stadtjugendrings

Rosenheim – Kinder, Jugendliche und Auszubildende dürfen während der Ferien die städtischen Bäder und das Eisstadion kostenlos nutzen – das ist eine der Forderungen an die Politik, die bei der Vollversammlung des Stadtjugendrings (SJR) formuliert wurden. Vor allem von den Kandidaten der Bürgermeisterwahlen im März 2020 erhoffen sich die Jugendlichen und jungen Erwachsenen Reaktionen.

Dem Stadtjugendring gehören aktuell rund 70 Vereine und Verbände und damit über 3000 junge Rosenheimer an. Ihre Stimmen haben bei den Bürgermeisterwahlen im März kommenden Jahres durchaus Gewicht. Ein guter Zeitpunkt also, konkrete Forderungen an die Stadtpolitik zu stellen. Wichtig war es der Vorstandschaft, dafür alle Mitglieder ins Boot zu holen.

Bereits bei dem Mitbestimmungsprojekt „Bestimmt“ im Sommer dieses Jahres formulierten rund 200 Jugendliche aus allen Schulen Rosenheims Vorschläge und Lösungen für Dinge, die sie in Rosenheim verändern wollen (wir berichteten). Vor einigen Wochen wurden dann auch noch Vereine und Verbände in einem Schreiben dazu aufgefordert, sich Gedanken darüber zu machen, was sie sich von Seiten der Stadtpolitik wünschen.

Stadtjugendring

mit fünf Forderungen

Aus den am meisten genannten Themen wurden schließlich fünf Forderungen formuliert und nun bei der Vollversammlung im Lokschuppen vorgestellt und zusammen mit den Vertretern der Vereine und Verbände noch einmal gründlich überarbeitet. An Wortmeldungen mangelte es nicht. Dabei wurden nicht nur einige Formulierungen überdacht und verändert, sondern auch gleich noch ein paar zusätzliche Unter-Punkte eingefügt. Dazu zählt auch die Forderung für eine kostenlose Nutzung der städtischen Bäder und des Eisstadions während der Ferien. Grundsätzlich mangle es in Rosenheim an frei zugänglichen Sportstätten und informellen Treffpunkten an Abenden und Wochenenden, ist man sich beim Stadtjugendring einig und fordert darum außerdem, dass die Hallen-Kapazitäten baulich erweitert werden, um eine Turnhallennutzung auch unabhängig von einer Vereinszugehörigkeit zu ermöglichen. Außerdem sollen Schulsportplätze für die Allgemeinheit geöffnet werden.

Für viele Vereine und Verbände wird es zunehmend schwieriger, für erschwingliches Geld Lokalitäten für ihre Treffen, Feiern oder Vorstellungen zu finden. Gefordert wird deshalb die kostenlose Bereitstellung städtischer Räumlichkeiten für Großveranstaltungen, Feste und Proben und darüber hinaus auch noch gleich eine Lockerung der Sperrzeiten, insbesondere bei Freiluft- oder Zeltveranstaltungen der Jugendarbeit.

Ausbau des Radwegenetzes

Neben neuen Themen wurden zusätzlich einige Punkte auf Papier gebracht, die auch von anderer Seite her seit vielen Jahren immer wieder von der Politik gefordert wird, beispielsweise die Verbesserung des öffentlichen Personennahverkehrs und ein Ausbau des Radwegenetzes in der Stadt und zu den Seen.

Dem Vorsitzenden des Stadtjugendrings Abuzar Erdogan ist es wichtig, Jugend frühzeitig für Politik und Demokratie zu interessieren. Aktionen, wie das gemeinsame Diskutieren und Formulieren von jugendpolitischen Forderungen, könnten dazu beitragen, ist er sich sicher.

Erdogan informierte die Teilnehmer der Vollversammlung auch darüber, wie es mit dem betreuten Wohnen für Flüchtlinge in der Simsseestraße weitergeht. 2015 wurden die Räumlichkeiten für diesen Zweck angemietet. Der Bedarf an dieser Art der Unterstützung ist rückläufig. Deshalb ist geplant, die Fläche ab Januar kommenden Jahres um die Hälfte zu veringern. Auch die Form der Betreuung wurde überdacht. Neben der Teilbetreuung gibt es neu die Möglichkeit der „Assistierten Ausbildung“. Damit sollen Flüchtlinge mit Förderbedarf während ihrer Ausbildungszeit begleitet und unterstützt werden. Finanziert wird diese Maßnahme vom Jobcenter. Für Abuzar Erdogan passt dieses neue Projekt sehr gut zum Stadtjugendring: „Wir können für diese Jugendlichen ein gutes Lebensumfeld schaffen und ihnen ein soziales Netz bieten, dass sie trägt und unterstützt“, sagt er.

Die nächste Vollversammlung des Stadtjugendrings findet noch vor den Kommunalwahlen im März statt. Dazu einladen will man alle OB-Kandidaten. Für Diskussionsstoff sorgte bei der Versammlung die Frage, ob dieses „Alle“ auch den Vertreter der AFD, Andreas Kohlberger, einschließt. Bei der Abstimmung sprachen sich die Vertreter und Verbände schließlich mit großer Mehrheit aus demokratischen Gründen dafür aus, auch Kohlberger einzuladen.

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