Ferse und Zeh bleiben dran

von Redaktion

Kindertheater „TUKis“ zeigt „Cinderella und der grüne Schuh“ – Gewaltfreies Stück

Rosenheim – Fast 400 Jahre ist Cinderella alt – und immer noch traumhaft schön. Kinder auf der ganzen Welt kennen sie in den unterschiedlichsten Versionen. Die „TUKis“, das Kindertheater in St. Josef Oberwöhr, bringen bei ihrer Aufführung frischen Schwung in das bekannte Märchen. Premiere ist am kommenden Samstag.

Der Spaß steht
im Vordergrund

In Deutschland kennt man Cinderella auch als Aschenputtel. Erfunden wurde sie aber weder von den Gebrüdern Grimm noch von Walt Disney. Ihre Ursprünge reichen bis ins China des neunten Jahrhunderts zurück. Seitdem haben viele Autoren das Märchen immer wieder neu erzählt. In der Fassung von Manfred Hinrichs sind die Schwestern und die Stiefmutter von Cinderella nicht mehr abgrundtief böse. Alle Schärfen des Original-Märchens wurden herausgenommen.

Bei „Cinderella und der grüne Schuh“ geht es vor allem um Freundschaft, Zusammenhalt und das Gute im Leben. Der Spaß steht klar im Vordergrund. Die Sprache ist leicht verständlich. Die flotte Musik von Komponist Stefan Hiller bringt zusätzlich Schwung in diese herzensgute Aschenputtel-Variante.

„Ferse und Zeh bleiben dran“, sagt Amelie Henn vom Theater unterm Kirchturm (TUK). Deshalb ist diese Fassung auch schon für kleine Kinder ab drei Jahren gut geeignet. Ein weiterer Vorteil dieser Cinderella-Version: Es gibt viele Rollen – bei weitem keine Selbstverständlichkeit in der Theaterwelt. „Das ist für uns auch immer ein wichtiges Kriterium bei der Auswahl eines Stückes. Schließlich wollen alle Mitglieder des Ensembles mitspielen“, so Amelie Henn.

Die „TUKis“ blicken mittlerweile auf eine 18-jährige Erfolgsgeschichte zurück. Viele der jungen Darsteller wechselten in den vergangenen Jahren mit Eintritt in die Volljährigkeit zu den „Großen“ ins „TUK“ über – dem Theater unter dem Kirchturm. Dazu gehört auch Amelie Henn. Sie ist jetzt 21 Jahre alt und fungiert bei dem Kindertheater nur noch als Souffleuse.

Gespielt wurden von den „TUKis“ schon viele bekannte Stücke, darunter die Märchen aus Tausendundeiner Nacht und Geschichten von Otfried Preußler und Cornelia Funke. Auch Märchen der Gebrüder Grimm waren schon öfter einmal dabei, zuletzt im Jahr 2016 die Geschichte von Dornröschen.

Junge Schauspieler
mit viel Erfahrung

Bei „Cinderella und der grüne Schuh“ spielen 13 Kinder und Jugendliche im Alter von zehn bis 16 Jahren mit.

Geprobt wird seit August. Alle sind mit Feuereifer bei der Sache. Selbst jetzt, kurz vor der Premiere, hält sich die Nervosität bei allen stark in Grenzen. Kein Wunder, viele von ihnen sind schon seit Jahren dabei. Der zwölfjährige Emil ist mit seiner Rolle sowieso schon bestens vertraut. „Ich war im vergangenen Jahr der Hofmarschall und diesmal wieder“, erzählt der Bub. Warum er so gerne Theater spielt? „Weil ich nicht der Sportlichste bin“, antwortet er spontan und lacht. Besonders gut gefalle ihm der Zusammenhalt im Verein. „Das sind alles sehr nette Menschen“, sagt er, und darüber hinaus genieße er immer den Applaus der Zuschauer.

Die Premiere des besonderen Stücks ist im Untergeschoss der Pfarrei St. Josef der Arbeiter in Oberwöhr zu sehen. Sie findet am Samstag, 23. November, statt. Weitere Aufführungen sind zu sehen am Sonntag, 24. November, Samstag, 30. November, und Sonntag, 1. Dezember. Beginn ist jeweils um 15 Uhr. Kartenreservierung ist möglich unter Telefon 08031/9082347. Für Erwachsene kostet der Eintritt sechs Euro, Kinder zahlen drei Euro.

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