Rosenheim – Böllern auf dem Max-Josefs-Platz in Rosenheim ist Silvester 2019/20 verboten. Die Entscheidung im Haupt- und Finanzausschuss der Stadt besiegelte einen Satz von Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer (CSU). Das Verbot gilt zunächst für ein Jahr. Der Entscheidung vorausgegangen war ein Antrag der FDP-Stadträtin Maria Knott-Klausner. Sie hatte ein Ende der Böllerei in der Innenstadt angeregt und um Alternativen gebeten.
Feuerwehr bestätigt
Brandgefahr
„Ich kann doch meine Fraktion nicht allein lassen“, sagte Oberbürgermeisterin Bauer am Ende der Diskussion über das Für und Wider eines Verbots von privaten Feuerwerken in der Innenstadt. Bauer stimmte mit den fünf Stadträten der CSU für das Verbot auf dem Max-Josefs-Platz. Die insgesamt fünf Stadträte der Grünen, SPD und Freien Wähler/UP Rosenheim dagegen hätten eine Ausweitung des Verbots auf den Ludwigsplatz und das Färberviertel bevorzugt.
Die Entscheidung ist ein Kompromiss aus der Beschlussvorlage. Die nämlich hatte vorgesehen, die Knallerei zu Silvester auf die gesamte Altstadt auszudehnen. Rechtlich möglich sei dies lediglich über den Brandschutz, hatte die Verwaltung mitgeteilt. Und ins Feld geführt, auf dem Max-Josefs-Platz stünden am letzten Tag des Jahres in der Regel noch die Buden des Christkindlmarktes. Außerdem könnten Feuerwerkskörper versehentlich in die Konstruktionen der Grabendächer fliegen, mit denen viele der historischen Häuser gedeckt sind. Beides führe zu einer Brandgefahr – wie die Rosenheimer Feuerwehr bestätigt habe. In diesem Punkt allerdings widersprachen die Mitglieder der CSU-Stadtratsfraktion: Die Feuerwehr sehe die Gefahr allein für den Max-Josefs-Platz, hätte eine eigene Nachfrage ergeben. Daher lehne die Fraktion ein umfassenderes Verbot ab.
Das wiederum kann sich Robert Metzger, der Vorsitzende der SPD-Stadtratsfraktion und Oberbürgermeisterkandidat, sehr gut vorstellen. Ebenso wie sein Mitbewerber von den Grünen, Stadtrat Franz Opperer. Er argumentierte, es gehe nicht allein um den Brandschutz, sondern auch um den Feinstaub, den die Feuerwerkskörper verursachten, und um die Umweltbelastung ganz grundsätzlich.
Robert Multrus, Stadtrat der Freien Wähler/UP Rosenheim, gibt Opperer recht und wies zudem darauf hin, dass Feuerwerkskörper häufig unter Bedingungen produziert würden, die einer Fairtrade-Stadt wie Rosenheim nicht gut zu Gesicht stünden.
Eine Alternative zur privaten Silvester-Knallerei wird Rosenheim nicht anbieten. Eine Licht- und Musikshow, wie sie etwa die Stadt Landshut zum Jahreswechsel 2018/19 organisiert hat, hält Oberbürgermeisterin Bauer nicht für sinnvoll. Sie sei nicht bereit, für ein solches Vergnügen in der Innenstadt Hunderttausende Euro auszugeben. Wer wolle, solle daheim sein privates Feuerwerk abbrennen, sagte sie. Und ließ keinen Zweifel daran, dass sie selbst eigentlich nichts von den privaten Feuerwerken zum Jahreswechsel hält.
Stärkere Kontrollen
geplant
Das Verbot für den Max-Josefs-Platz gilt nur für dieses Jahr. Die Stadt will die Einhaltung am Silvesterabend kontrollieren lassen. Außerdem soll es stärkere Kontrollen rund um das Klinikum, die Altenheime und alle anderen Bereiche geben, an denen Feuerwerk grundsätzlich verboten ist.bw