Rosenheim – Die Tische sind maßgefertigt, die Hocker auch. Die Farbgebung gibt sich gediegen, Beige und Grau dominieren. Der Raum überzeugt durch eine angenehme Weite: Heute eröffnet das „Fiore amici“ im Gillitzer in Rosenheim. Noch inoffiziell zwar, nur für geladene Gäste. Aber im Januar schon löst die neue Location von Giuseppe Tedesco und Klaus Werndl das ehemalige „Il Monastero“ von Mario Mattera ab.
Für Tedesco und Werndl ist das „Fiore amici“ ein weiteres gemeinsames Projekt. Wer den beiden zuhört, spürt zweierlei: Zum einen die Freude über das neue Ding, von dem sie, so sagen sie jedenfalls, noch nicht genau wissen, wie es laufen soll. Zum anderen auch die Sorge, es könnten sich wieder all jene melden, die finden, es gebe doch schon genug Tedesco-Gastronomie in der Stadt.
Zwei Angebote auf
einem Stockwerk
In der Tat führt Giuseppe Tedesco unter anderem das „Giuseppe e amici“ gleich nebenan im Gillitzer. Und was so mancher als die Vereinheitlichung der Rosenheimer Gastronomie kritisieren mag, soll in diesem Fall ein echter Pluspunkt sein: Eine „städtische Oase“ soll entstehen, hatte Tedesco bereits im Sommer gesagt. Kurz nachdem bekannt geworden war, dass Mario Mattera nach 22 Jahren sein im mittelalterlichen Stil gehaltenes, italienisches Restaurant aufgeben wird, um sich ganz auf sein Hotel zu konzentrieren.
Jetzt, am Tag vor der Eröffnung, stehen Werndl und Tedesco in dem 290 Quadratmeter großen Raum, der 120 Sitzplätze bietet, und erzählen von den Umbauarbeiten, die sich über drei Monate gezogen haben. So lange hat sie gedauert, die Metamorphose weg von Steinfußboden, schwerem Holz, dicken Wänden und weg von der Feuerstelle des „Il Monastero“. Hin zum „Fiore amici“, dessen Name schon viel sagt über das, was die Gäste erwartet. Vor allem im Eingangsbereich, an der Bar: Hinter dem Tresen ist die Wand von Mosaiksteinchen überzogen. Fiore ist italienisch und heißt Blume. Und so fügen sich die Steinchen zu einem Ensemble aus Blumenköpfen, ganz in gedeckten Farben gehalten. Und doch glänzend. Das Mosaik stammt von der italienischen Firma Sicis, ist dort produziert und wurde von Fachleuten an der Wand des „Fiore amici“ angebracht. Die Mosaikwand ist Teil des gesamten architektonischen Konzeptes, das aus der Feder des Rosenheimer Architekturbüros „Guggenbichler und Wagenstaller“ stammt.
Ausgebucht bis
Weihnachten
Wie die neue Location aussieht, das können heute Abend die ersten Gäste erleben. Eine geschlossene Gesellschaft, wie viele andere, die den Gastraum mit eigener Küche bis zum 22. Dezember gebucht haben. Alle anderen müssen bis Januar warten. Dann sperrt Giuseppe Tedesco offiziell auf. Was genau die Gäste erwartet, verraten weder er noch Werndl so wirklich. Jedenfalls sei das „Fiore amici“ keine reine Bar, kein Musikschuppen, dessen wummernden Bässe bis auf die Straße zu hören sein werden. Sondern genau das Gegenteil: Eine „Oase der Ruhe“ mitten in der Stadt. Raus aus dem hektischen Leben unten auf der Straße. Bleiben aber wird auf jeden Fall das Angebot, die Räume für geschlossene Gesellschaften zu mieten, ganz egal, ob für private oder berufliche Zwecke.bw