Rosenheim – In Bayern sind 5,2 Millionen Menschen ehrenamtlich tätig. Einer davon: Peter Nowak aus Rosenheim. Der 71-Jährige erhielt gestern das Ehrenzeichen des bayerischen Ministerpräsidenten. Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer überreichte die Auszeichnung für Verdienste von im Ehrenamt tätigen Männern und Frauen.
Mitgründer der Inntaler Bauernbühne
Peter Nowak trägt seine Erinnerungen in einem schwarzen Aktenkoffer. Er sammelt Zeitungsausschnitte, Bilder und Ankündigungen. Klebt alles, fein säuberlich auf Papier auf, schiebt es in Klarsichthüllen und heftet es ab. Hin und wieder nimmt er sich die Zeit, um durch die Ordner zu blättern, lässt einen Teil seines Lebens Revue passieren.
Wie den Tag vor 46 Jahren, als er, gemeinsam mit Marinus Brand, die Inntaler Bauernbühne Rosenheim gründete. „Ein Bauerntheater hat in Rosenheim einfach gefehlt“, sagt Nowak. Er blättert durch die zahlreichen Zeitungsartikel, hält immer wieder inne und zeigt auf die Schwarz-Weiß Bilder. „Wir waren eine richtig wilde Truppe.“ Er lächelt, erinnert sich an den ersten Auftritt am 6. Oktober 1973. Gespielt wird „Die Liebesprobe“ von Sepp Faltermeier. Peter Nowak steht selbst auf der Bühne, spielt eine der Hauptrollen.
„Ich habe mich schon als kleiner Bub für das Theater interessiert“, sagt er. Ein Interesse, das sich wie ein roter Faden durch sein Leben zieht. Und das obwohl sich Peter Nowak selbst als „technischen Menschen“ bezeichnet.
Nach seinem Studium arbeitet er unter anderem für das Landbauamt Rosenheim, später für das Hochbauamt. In seiner Freizeit widmet er sich ganz dem Theater. Er spielt Haupt- und Nebenrollen, führt immer wieder Regie. Beim Stück „Der Watzmann ruft“ beispielsweise. Bilanz: 54 ausverkaufte Veranstaltungen.
Aber es sind nicht nur die Dinge auf der Bühne, um die sich Peter Nowak kümmert. Er wuselt auch im Hintergrund, kümmert sich um Bühnenbau und Kulisse. „Ich habe schon über 70 solcher Bühnenbilder gebaut“, sagt er. Manche baut er in weniger als drei Stunden, andere nehmen mehr Zeit in Anspruch, sind aufwendiger.
Und auch vor der Verantwortung scheut er nicht zurück, war 22 Jahre lang selbst im Vorstand. Im Dezember 2015 wird er außerdem zum zweiten Ehrenmitglied der Inntaler Bauernbühne ernannt.
„Durch seinen Einsatz hat Peter Nowak immer wieder stark zum Erfolg der Inntaler Bauernbühne beigetragen“, sagte Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer während einer kleinen Feierstunde im Rathaus, an der auch der Zweite Bürgermeister der Stadt, Anton Heindl, Kulturreferent Robert Berberich und der für Kultur zuständige Dezernent Michael Keneder teilnahmen. „Die Auszeichnung hat er wirklich verdient. Er ist eine tragende Säule im Rosenheimer Theaterleben“, sagt Berberich. Peter Nowak selbst nimmt das Lob bescheiden entgegen. „Ich habe mit der Auszeichnung überhaupt nicht gerechnet“, sagt er.
Und auch mit 71 Jahren denkt er noch lange nicht ans Aufhören. Nur auf die Bühne zieht es ihn immer seltener. „Ab und zu spiele ich noch kleine Nebenrollen, lange Texte kann ich mir nicht mehr merken.“ Arbeit gibt es auch weiterhin genug. Nicht nur bei der Inntaler Bauernbühne. Nowak hilft auch beim Rosenheimer Kulturamt, kümmert sich unter anderem um die Saalverwaltung und das Organisatorische.
„Es ist kein Ende in Sicht“, sagt er. Genug Platz in seinem schwarzen Aktenkoffer ist jedenfalls noch.