Rosenheim – Radio Charivari ist am 8. Mai 1989 erstmals auf Sendung gegangen. Seitdem hat sich viel verändert. Es gibt neue Moderatoren, mehr Frequenzen und noch bessere Musik. 30 Jahre später ist der Sender aus der Region nicht mehr wegzudenken.
Die Geburtsstunde des Rosenheimer Lokalsenders „Radio Charivari“ fiel auf einen Montag. Punkt 6 Uhr war es so weit. Mit den Worten „Guten Morgen, hier ist Radio Charivari Rosenheim“ begrüßte Moderator Dirk Breitfuß die Zuhörer. Aufgeregt sei er gewesen, habe kaum geschlafen. Gefühle, die auch die anderen Mitarbeiter der damals zwölfköpfigen Mannschaft teilten. Viele waren Radio-Neulinge, wussten nicht, auf was sie sich einließen. Trotz wenig Erfahrung hätte der Start kein besserer sein können. Auf der UKW-Frequenz 96,7, über eine Antenne am Fernsehmeldeturm in der Nähe des Rosenheimer Bahnhofs, lief kurz nach der feierlichen Begrüßung auch erstmals Musik. „La Bamba“ von „Los Lobos“.
Über die Jahre entwickelte sich Radio Charivari zu einer festen Größe in der Rosenheimer Medienlandschaft. Es gibt Musik, redaktionelle Beiträge. Alle halbe Stunde laufen die Nachrichten, gefolgt von einem Verkehrs- und Wetterservice. Immer wieder werden Berichte aus Stadt- und Gemeinderäten gesendet. Besonderes Schmankerl: tägliche Nachrichten auf Bairisch.
Um all das zu ermöglichen, ist das Redaktionsteam rund um die Uhr im Einsatz. Um 5 Uhr legt das Frühteam los. Schluss ist erst dann, wenn die letzte Veranstaltung vorbei und der Bericht dazu fertig ist. Bis spät in die Nacht sitzen die Redakteure an manchen Tagen im dritten Stock des OVB-Medienhauses in der Hafnerstraße, feilen an den letzten Texten, sprechen Aufsager für den nächsten Morgen ein. „Das ist eben Radio und es macht Spaß“, sagt Studioleiter Andi Nickl.
Von Anfang
an dabei
Er selbst ist von Anfang an dabei, lernte das Radiomachen bei Charivari. Nach Stationen in München, Traunstein und Landshut kehrte er zurück nach Rosenheim, zurück in die Heimat, zurück zu Gaby Hertlein. Hertlein ist die „Frau der ersten Stunde“, verzauberte schon damals die Zuhörer mit ihrer angenehmen Stimme und ist auch heute noch regelmäßig im Programm zu hören. Nickl und Hertlein sind zwei von zwölf Mitarbeitern. Außerdem arbeitet Charivari mit anderen lokalen Sendern zusammen, kann so auch auf Korrespondenten in Berlin, Shanghai oder Rio zurückgreifen.
Auch technisch hat sich in 30 Jahren Radio einiges getan. „Wir betreiben momentan fünf Sender“, sagt Andreas Nickl. Während der Empfang jenseits der Stadtgrenzen 1989 noch zu wünschen übrig ließ, kann 30 Jahre später ein viel größeres Gebiet abgedeckt werden. Auch weil die Hauptfrequenz vom Dandlberg kommt, einem Ausläufer des Samerbergs. Zudem gibt es Sendestandorte am Röselsberg bei Prien (104,2 MHz), in Oberaudorf (104,2 MHz), in Wasserburg (100,6 MHz) und am Rosenheimer Fernmeldeturm (92,3 MHz).
Seit 2001 sendet Radio Galaxy sein Musikprogramm für die 14- bis 29-Jährigen auf der Frequenz 106,6 MHz ebenfalls aus dem Funkhaus.
Seit dem 1. Juli 2019 ist Radio Charivari zudem über DAB-Plus empfangbar. „Das ist ein echter Quantensprung“, sagt Andreas Nickl. DAB-Plus ist der aktuelle Digitalradiostandard, versorgt bis auf wenige Ausnahmen den kompletten Stadt- und Landkreis Rosenheim. Und auch Pendler nach München haben mit einem DAB-Empfänger keine Probleme mehr, Radio Charivari zu hören, sagt Nickl. In der Endausbaustufe wird über den Kanal 7A das ganze Voralpenland versorgt.
Hörer und Werbekunden können sich zudem „auf einen weiteren Meilenstein“ freuen: die Markteinführung des weiteren Regionalprogrammes „AlpinFM“. Start soll im kommenden Jahr sein.
Individuelle
Konzepte
Finanziert wird das Radio über Werbung. Tobias Boeger, Michael Rauh und Dominik Hein betreuen die Werbekunden und lassen sich für jeden ein individuelles Konzept einfallen. Verkaufsleiter Tobias Boeger feiert übrigens sein ganz persönliches Jubiläum: Er ist seit 20 Jahren bei Radio Charivari.
Viel hat sich über die Jahre verändert. Die alten Tonbandmaschinen wurden durch Computer ersetzt, CDs durch einen überdimensionalen MP3-Player, der alle Musiktitel digital speichert. Gleich geblieben ist der unermüdliche Einsatz der Mitarbeiter. Sie gehören für die 110000 Zuhörer, die regelmäßig den Regionalsender einschalten, zum Tag dazu. Gleich früh beim Aufstehen. Dann, wenn es wieder heißt „Guten Morgen, hier ist Radio Charivari Rosenheim“.