Achtung Kontrolle!

von Redaktion

Zweiwöchige Aktion: Stadt verwarnt alle, die Kippen und Kaugummis wegwerfen

Rosenheim – Zigaretten schädigen nicht nur die Gesundheit. Als Kippen weggeworfen, sind sie auch gefährlich für die Umwelt. Was für viele Raucher alltäglich ist, will die Stadt nun stärker ahnden. In den kommenden zwei Wochen finden Kontrollen in der Innenstadt und in den Fußgängerzonen statt. Sie gelten auch all jenen, die ihre Kaugummis direkt auf den Asphalt spucken.

Zigarettenstummel
sind Problemmüll

Rauchen ist umstritten. Für die einen ist es Genuss, sich eine anzustecken und das Nikotin zu inhalieren. Andere warnen vor gesundheitlichen Schäden und fühlen sich durch den Zigarettengeruch belästigt. Lange Zeit eher unbeachtet blieb die Gewohnheit vieler Raucher, die Kippen im öffentlichen Raum auf den Boden zu werfen und auszutreten. Egal ob auf der Wiese oder in der Innenstadt, egal ob Mülleimer oder nicht: Ist der Glimmstengel zu Ende geraucht, wird er häufig achtlos weggeworfen. Nun aber rückt in den Fokus, dass Kippen als „Problemmüll“ gelten. Dies gilt insbesondere für die Filter. Sie enthalten Giftstoffe wie Arsen, Blei, Kadmium oder Benzol. Außerdem findet sich in ihnen Celluloseaccetat, ein Kunststoff, der sich nur schwer biologisch abbaut. Erst nach 13 bis 15 Jahren lösen sich Zigarettenfilter auf, wenn sie nicht im Restmüll entsorgt werden. Die Rückstände belasten Pflanzen und führen zu Schäden bei Tieren. Außerdem gelangen die Giftstoffe auch ins Grundwasser.

Auch das Livestyle-Produkt Kaugummi ist längst nicht so locker und spaßig, wie es die Werbung verspricht. Zwar gilt die Zusammensetzung vielen Herstellern als Geheimnis, doch Verbraucherschützer gehen davon aus, dass die Kaumasse vor allem aus Kunststoff besteht, dessen Grundstoff letztlich Erdölprodukte sind. Und so handelt es sich bei dem klebrigen Rest, den man, wenn der Geschmack nachlässt, gerne auch mal auf die Straße oder ins Gras wirft, um Plastikmüll. Ebenfalls eine Belastung für die Umwelt. Bis zu fünf Jahre kann es dauern, bis ein Kaugummi vollständig in der Natur verrottet ist, haben Experten festgestellt. Richtig entsorgt gehört er in den Restmüll.

Klebrige Reste auf
den Gehwegen

Auf den Straßen der Stadt sind beide Genussmittel kein schöner Anblick. Die Kippe ebenso wie der Kaugummi, der außerdem noch lästig ist, wenn er an der Schuhsohle kleben bleibt. Ist er einmal platt getreten, bleibt ein weißer Fleck, den die Stadtreinigung nur mit viel Mühe entfernen kann. Im Schnitt dauert es zwei Minuten, den Kaugummi zu entfernen, hat der Kreisabfallwirtschaftsbetrieb Heidenheim schon im Jahr 2015 errechnet. Kostenpunkt damals: ein Euro pro Kaugummi. Schließlich muss für die Reinigung ja auch Energie und Wasser aufgewandt werden. Häufig aber bleibt die Kaumasse einfach kleben. Was dazu führt, dass so mancher Fußweg aussieht, als sei er gesprenkelt. Im Schnitt, so die Rechnung der Heidenheimer, finden sich in Innenstädten etwa 35 ausgediente Kaugummis pro Quadratmeter.

In Rosenheim will nun der städtische Ordnungsdienst ab dem heutigen Montag 14 Tage lang gezielt Kontrolle gehen, gemeinsam mit Vertretern der Polizei und der Sicherheitswacht. Ziel sei es, „die Verschmutzung der Stadt zu reduzieren und die Menschen für das Müllproblem zu sensibilisieren“, teilt die Stadtverwaltung mit. Wer in der Innenstadt und den Fußgängerzonen erwischt wird, wie er eine Zigarette oder einen Kaugummi wegwirft, muss mit einem Verwarnungsgeld rechnen. Es liegt zwischen 15 Euro und 35 Euro.

Kritiker wiederum werfen der Stadt vor, zu wenig Mülleimer mit Aschenbecher-Funktion aufzustellen. In Folge seien diese Behälter dann zumeist überfüllt. Kein schöner Anblick im Stadtbild. Wahrscheinlich ist es wie so oft im Leben: Am Ende hilft nur das Überdenken des eigenen Handelns. Die Einsicht, dass es lohnt, die Kippe in den Mülleimer zu werfen. Und den Kaugummi einzuwickeln ins Papier, um beides im Restmüll zu entsorgen.

Artikel 1 von 11