Bäckerei-Einbrüche: Keine heiße Spur

von Redaktion

Zentrale Frage: Waren es dieselben Täter? – Zeugenhinweise bislang Fehlanzeige

Rosenheim – Handelt es sich bei den Einbrüchen in zwei Bäckereien im Rosenheimer Stadtgebiet um zwei Einzelfälle? Oder waren dieselben Täter am Werk? Diese Fragen versucht derzeit die Rosenheimer Kriminalpolizei zu beantworten. „Für eine Antwort auf diese Frage ist es allerdings noch zu früh“, sagte Martin Emig, Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd, jetzt auf Nachfrage der OVB-Heimatzeitungen. Die Ermittler arbeiten laut Emig aber akribisch daran, die beiden Einbrüche, die binnen zwei Tagen erfolgt sind, so schnell wie möglich aufzuklären.

Wie berichtet waren in der Nacht auf Freitag, 17. Januar, ein oder mehrere unbekannte Täter in eine Filiale der Bäckerei Miedl an der Ebersberger Straße eingedrungen. Dort hatten sie einen Nebenraum durchsucht und letztlich zwei Tresore entwendet, die Bargeld enthielten. Wie hoch der Beuteschaden ist, will die Polizei aus „ermittlungstaktischen Gründen“ nicht sagen. Eine Angestellte hatte den Einbruch bemerkt und die Polizei verständigt.

Am frühen Samstagvormittag suchten ebenfalls bislang unbekannte Täter dann eine Filiale der Bäckerei Bauer an der Aisinger Straße, Ecke Sudelfeldstraße heim. Dort drangen die Ganoven nach Polizeiangaben über ein aufgehebeltes Fenster in die Räumlichkeiten ein, verließen das Gebäude dann aber, ohne etwas entwendet zu haben. „Ob die Täter gestört worden sind oder einfach nicht fündig wurden, darüber kann derzeit nur sepkuliert worden“, so Emig.

Geringer Abstand zwischen den Taten

Ebenfalls nur spekulieren können die Ermittler nach derzeitigem Stand darüber, ob bei beiden Einbrüchen dieselben Täter am Werk gewesen sind. „Natürlich gibt es auffällige Gemeinsamkeiten“, sagt Emig, und verweist auf den geringen Abstand von nur rund einem Tag zwischen den beiden Vorfällen. „Klare Anhaltspunkte dafür, dass die Taten zusammenhängen, gibt es aber noch nicht.“

Was die Ermittlungen so schwer macht? Beispielsweise die Tatsache, dass sich aktuell noch keine Zeugen zu den beiden Einbrüchen bei der Polizei gemeldet haben. „Um die Zeit, zu der die Täter zugeschlagen haben, waren natürlich auch nur wenige Menschen unterwegs“, so der Polizeisprecher, der trotzdem hofft, dass Bürger noch wichtige Hinweise zur Aufklärung der Taten liefern können.

Interessant sind für die Kriminalpolizei beispielsweise Personen oder Fahrzeuge, die in der Nacht auf Freitag im Umfeld der Miedl-Bäckerei an der Ebersberger Straße, die in direkter Nachbarschaft zur Mädchenrealschule liegt, oder in der Nacht auf Samstag im Umfeld der Bauer-Filiale an der Aisinger Straße aufgefallen sind. Auch Beobachtungen einige Zeit vor den Einbrüchen könnten für die Ermittler von Bedeutung sein.

Parallelen zu

Serie im Herbst

Vielleicht können die Ermittler auch von ihren Erfahrungen profitieren, die sie aus einer – mittlerweile aufgeklärten – Einbruchserie im vergangenen Herbst gezogen haben. Damals hatten Einbrecher zwischen August und Oktober insgesamt acht Geschäfte – zumeist Bäckereien – in Rosenheim und den angrenzenden Kommunen heimgesucht. Erwischt wurden die Täter am 9. Oktober 2019, als sie gerade versucht hatten, in eine Bäckerei in Stephanskirchen einzudringen. Die beiden 21 Jahre alten Männer aus Rosenheim wurden verhaftet.

Für die beiden jüngsten Einbrüche in Bäckereifilialen in Rosenheim können sie jedenfalls nicht verantwortlich sein. „Die beiden damals verhafteten Männer sitzen immer noch in Untersuchungshaft“, teilte Polizeisprecher Emig auf Anfrage der OVB-Heimatzeitungen mit.

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